Seit fast zehn Jahren ist Markus Hinterhäuser Intendant der Salzburger Festspiele. Nach einem wochenlangen Streit mit dem Festspielkuratorium über seinen Führungsstil wurde er nun bis zum Ende seines laufenden Vertrags am 30. September 2026 beurlaubt. „Aufgrund unüberbrückbarer Auffassungsunterschiede und Differenzen gehen die Salzburger Festspiele und Intendant Markus Hinterhäuser ab sofort getrennte Wege“, hieß es in einer Mitteilung des Festspielkuratoriums.
Hinterhäuser hatte das renommierte österreichische Festival für Oper, Konzerte und Theater seit 2016 geleitet. Zuletzt war der Streit zwischen Hinterhäuser und dem Festspielkuratorium eskaliert. Es ging dabei unter anderem um Hinterhäusers Vorgehensweise bei der Suche nach einer Schauspielchefin oder einem Schauspielchef für das Festival. Der Intendant hatte dazu Ende Februar Kommunikationsfehler eingeräumt.
Über die Details der Vereinbarung wurde Stillschweigen vereinbart. Zuletzt war immer wieder davon die Rede, dass Hinterhäuser für den speziell für ihn noch unter Altlandeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) zugeschnittenen Verlängerungsvertrag bis 2029 beziehungsweise 2031 die Vorgabe eines „Wohlverhaltens“ nicht erfüllt haben soll.
Streit um die Schauspielleitung als Auslöser
Unmittelbarer Auslöser der Differenzen war die Neubesetzung der Schauspielleitung. Nach der Trennung von Marina Davydova nach nur einem Jahr Ende 2024 hatte das Kuratorium eine transparente Vorgangsweise samt Ausschreibung verlangt. Auf diese hatten sich 23 Kandidatinnen und Kandidaten beworben. Sechs von ihnen wurden dann zu einem Hearing geladen, fünf erschienen. Unmittelbar nach dem Hearing berichteten Medien, dass Hinterhäuser die frühere Burgtheaterdirektorin Karin Bergmann als Favoritin für den Posten bezeichnet haben soll, diese hatte aber weder am Auswahlverfahren noch am Hearing teilgenommen.
Die Position der künstlerischen Leitung soll interimistisch besetzt werden. Entsprechende Gespräche mit Kandidatinnen und Kandidaten laufen bereits, hieß es am Donnerstag. Präsidentin Kristina Hammer und der kaufmännische Direktor Lukas Crepaz übernehmen die operative Leitung der Festspiele, bis eine interimistische oder dauerhafte Lösung gefunden wird.
Source: faz.net