Herzogin Sophie und Prinz Edward: Hohe Mieteinnahmen sorgen z. Hd. Kritik


Zur Merkliste hinzufügen

Neuer Ärger für die britische Königsfamilie: Das Herzogspaar von Edinburgh steht wegen der Vermietung eines Nebengebäudes in der Kritik.

Nach der Aufregung um Andrew Mountbatten-Windsor (66) wegen seiner Verbindungen zu dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein (1953-2019) und seinen geringen Mietkosten für die Royal Lodge, regt sich in Großbritannien jetzt auch Empörung über den jüngsten Bruder von König Charles III. (77). Prinz Edward (62) und seine Ehefrau Sophie (61) sollen durch die Untervermietung eines früheren Stallgebäudes auf ihrem Anwesen bis zu rund 150.000 Euro jährlich eingenommen haben und dabei nur eine minimale Miete an das Crown Estate zahlen, wie die Boulevardzeitung „The Sun“ berichtet.

Zieht der Steuerzahler den Kürzeren?

Das Gebäude befindet sich demzufolge rund 400 Meter neben dem 120 Zimmer umfassenden Haupthaus in Bagshot Park, Surrey, das 1879 unter Königin Victoria als Wohnsitz für ihren dritten Sohn, Prinz Arthur, fertiggestellt wurde. Zu den Mietern der vergangenen Jahre gehörten angeblich Pharmaunternehmen. Die Gewinne aus der Vermietung seien dem Herzogspaar von Edinburgh, nicht den Steuerzahlern, zugekommen.

Eine Quelle aus dem Königshaus betonte gegenüber der britischen Zeitung: „Das betreffende Anwesen ist an keinen Mieter vermietet und steht nicht zum Verkauf.“ Der letzte Mieter soll angeblich im Oktober ausgezogen sein. Noch 2025 sei das Gebäude als Bürofläche für umgerechnet rund 12.000 Euro Miete pro Monat beziehungsweise 150.000 Euro pro Jahr laut „The Sun“ angepriesen worden. Das Angebot sei „etwa im Dezember“ vom Markt genommen worden, als der Haushaltsausschuss begonnen habe, Fragen zur Finanzierung königlicher Residenzen zu stellen.

Der ehemalige Minister Norman Baker erklärte: „Alle Einnahmen aus diesen Ställen sollten nur an eine Stelle fließen – an das Crown Estate. Die Gewinne des Crown Estate fließen direkt in die Staatskasse, daher ist es der Steuerzahler, der hier den Kürzeren zieht.“ Der Vorgang sei „eine Frechheit“ und „ungeheuerlich“. Die Royal-Expertin Margaret Holder befand: „Es ist nicht Sophies und Edwards Schuld, denn das bestehende System ermöglicht es ihnen, zusätzliches Geld zu verdienen. Ich hoffe aber, dass der Ausschuss all diese Leasingverträge genauestens prüft und untersucht, wer sich durch lukrative Verträge zusätzliches Geld sichert.“

Im Dezember forderte der Ausschuss für öffentliche Finanzen demnach das Crown Estate auf, die Bedingungen für die Mitglieder der königlichen Familie offenzulegen. Die Untersuchung der Abgeordneten erfolgte inmitten des Aufruhrs darüber, dass Andrew Mountbatten-Windsor für sein damaliges Wohnhaus, die Royal Lodge in Windsor, nur eine symbolische Miete zahlen musste. Inzwischen ist er dort ausgezogen und bewohnt künftig die wesentlich kleinere Marsh Farm in Sandringham.

Erster Pachtvertrag 1998

Wie „The Sun“ weiter aus den vom Crown Estate vorgelegten Dokumenten berichtete, hatte Prinz Edward 1998 ursprünglich einen Pachtvertrag für 50 Jahre zu einem Preis von 5.000 Pfund pro Jahr (rund 5.750 Euro) erhalten. Dieser Betrag stieg auf 90.000 Pfund, nachdem er 1,36 Millionen Pfund für die Renovierung des Anwesens bezahlt hatte. Das Crown Estate zahlte dem Bericht nach weitere drei Millionen Pfund für Renovierungsarbeiten. Edwards Pachtvertrag sei 2007 im Rahmen einer Vereinbarung mit seiner Firma Eclipse Nominees Ltd. verlängert worden. Er bezahlte demzufolge fünf Millionen Pfund im Voraus für einen 150-jährigen Pachtvertrag, müsse nun aber nur noch einen symbolischen Betrag leisten.

SpotOnNews

Source: stern.de