Teslas Aktie hat sich trotz der fortdauernden Schwierigkeiten nach einer Schwächephase im vergangenen Frühjahr wieder erholt. Das Unternehmen wird an der Börse derzeit mit fast 1,4 Billionen Dollar bewertet.
Die rückläufigen Verkaufszahlen hatte Tesla schon vor wenigen Wochen gemeldet. Die nun vorgelegten Geschäftsergebnisse liefern ein umfassenderes Bild von der Finanzlage. Demnach ist der Umsatz im vergangenen Quartal um drei Prozent auf 24,9 Milliarden Dollar gefallen. Im reinen Autogeschäft sank der Umsatz sogar um elf Prozent. Aufgehellt wurde das Bild vom Wachstum in der Energiesparte, zu der Batteriespeicher und Solaranlagen gehören.
Emissionszertifikate helfen
Der Nettogewinn stürzte im vergangenen Quartal um 61 Prozent auf 840 Millionen Dollar ab. Das Minus wäre noch dramatischer, wenn Tesla nicht sein hochprofitables Geschäft mit Emissionspunkten hätte. Es brachte diesmal 542 Millionen Dollar ein. Tesla bekommt für die Produktion von Elektroautos in manchen Regionen wie Kalifornien Emissionszertifikate und kann sie an Wettbewerber verkaufen, denen dies hilft, gesetzliche Emissionsvorgaben zu erfüllen. Der Nettogewinn im Gesamtjahr fiel um 46 Prozent auf 3,8 Milliarden Dollar.
Teslas Verkaufszahlen sind im vergangenen Jahr um neun Prozent gefallen, nachdem es schon 2024 ein leichtes Minus gegeben hatte. Damit hat das Unternehmen seine Position als größter Hersteller von Elektroautos in der Welt an den chinesischen Wettbewerber BYD verloren. Ursprünglich hatte Tesla für 2025 eine Rückkehr auf den Wachstumskurs in Aussicht gestellt.
Im vierten Quartal war die Ausgangslage für Tesla auf dem amerikanischen Heimatmarkt schwierig, weil Ende September die zuvor gewährten Steuergutschriften von bis zu 7.500 Dollar beim Kauf von Elektroautos abgeschafft wurden. Aber auch in anderen Regionen der Welt steht Tesla schlecht da. So fiel zum Beispiel die Zahl der Neuzulassungen von Tesla-Fahrzeugen in der EU nach Angaben des Branchenverbandes Acea im Dezember um 32 Prozent und im Gesamtjahr um 38 Prozent.
Die Abschwächung wird von vielen Beobachtern mit Musk persönlich in Verbindung gebracht, der mit seiner politischen Positionierung immer wieder für Kontroversen sorgt. Er war zeitweise ein Berater des US-Präsidenten Donald Trump und hat mit der Arbeitsgruppe „Doge“ radikale Einschnitte in amerikanischen Behörden durchgesetzt. Dies löste eine Welle von Protesten vor Tesla-Geschäften aus.
Veraltete Produktpalette
Abgesehen davon machen Analysten auch Teslas vergleichsweise veraltete Produktpalette für die sinkenden Verkaufszahlen verantwortlich. Das letzte bedeutende Produkt für den Massenmarkt, das Model Y, kam vor fast sechs Jahren voraus. Der vor rund zwei Jahren eingeführte Pick-up-Transporter Cybertruck verkauft sich schlecht.
Musk versucht indessen, die Aufmerksamkeit vom gewöhnlichen Autogeschäft weg zu lenken. Er hebt stattdessen Teslas Aktivitäten rund um autonomes Fahren und humanoide Roboter hervor. Damit steht das Unternehmen aber noch am Anfang. Im vergangenen Juni startete es einen ersten Test mit Robotaxis im texanischen Austin, außerdem gibt es einen Fahrdienst von Tesla im Großraum San Francisco. Daneben entwickelt Tesla das Robotaxi „Cybercab“, das weder Lenkrad noch Pedale hat. Das Unternehmen wiederholte jetzt sein Versprechen, dass dessen Serienproduktion in diesem Jahr beginnen soll.
Der humanoide Roboter, an dem Tesla arbeitet, heißt „Optimus“. Auch dessen Produktion soll noch vor Ende dieses Jahres anlaufen. Das Unternehmen sagte jetzt, es wolle eines Tages eine Million Exemplare des Roboters im Jahr herstellen.
Tesla gab am Mittwoch auch bekannt, zwei Milliarden Dollar in X.AI investieren zu wollen, das von Musk gegründete und auf Künstliche Intelligenz spezialisierte Unternehmen. Eine entsprechende Vereinbarung sei vor wenigen Wochen unterzeichnet worden. „Tesla baut Produkte und Dienstleistungen, die KI in die physische Welt bringen,“ hieß es zur Begründung.
Die Beteiligung ist ein weiteres Beispiel dafür, wie Musk die einzelnen Elemente seines Firmenimperiums zu verflechten versucht. Im vergangenen Jahr übernahm X.AI die Onlineplattform X, die er selbst 2022 gekauft hat, als sie noch Twitter hieß. Medienberichten zufolge hat auch Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX einen Milliardenbetrag in X.AI investiert. SpaceX bereitet gerade seinen Börsengang vor.