Hamburgs Tourismus läuft – und nun soll die Reeperbahn durch ein besonderes Datum ziehen

16,5 Millionen Übernachtungen bedeuten 2025 ein Plus von 2,1 Prozent, die Hotels waren im Schnitt zu 77 Prozent belegt – der Spitzenwert unter den deutschen Großstädten. 2026 sollen Jubiläen und neue Kulturangebote zusätzlichen Schub bringen.

Hamburg zieht für das Tourismusjahr 2025 eine positive Bilanz. Nach Angaben der Stadt wurden 16,5 Millionen Übernachtungen gezählt – ein Plus von 2,1 Prozent beziehungsweise 335.690 Nächten gegenüber dem Vorjahr. Die Zimmerauslastung der Hotels lag im Jahresmittel bei 77 Prozent und damit an der Spitze der größten deutschen Städte; im europäischen Vergleich ordnet sich Hamburg in der Spitzengruppe ein. Die Branche profitiere von einer stabilen Nachfrage aus Freizeit- und Geschäftsreisen, dem wachsenden Tagungs- und Kongressgeschäft sowie von der Kreuzfahrt, die „den Hafen als ‚Tor zur Welt‘ erlebbar“ mache.

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Wirtschaftssenatorin Melanie Leonhard (SPD) wertet die Entwicklung als Signal für den Standort. „Hamburg kann für das Tourismusjahr 2025 eine positive Bilanz ziehen“, sagte sie. Die Branche setze damit „ein starkes Signal für den Wirtschaftsstandort, für sichere Arbeitsplätze und für die Attraktivität unserer Stadt“. Dass die Zahlen anzögen, sei „das Ergebnis eines funktionierenden Zusammenspiels aus kluger Stadtentwicklung, leistungsfähiger Infrastruktur, starken Unternehmen und einer Tourismusbranche, die in Hamburg partnerschaftlich an einem Strang zieht“.

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Auch die Hamburg Tourismus GmbH spricht von anhaltender Strahlkraft der Stadt. Geschäftsführer Michael Otremba betonte, die Übernachtungsziffern stünden „für Menschen, die eine besondere Beziehung zu Hamburg haben: Menschen, die diese Stadt mögen, weil sie sich hier frei fühlen, weil sie Wasser, Weite und Weltoffenheit spüren“. Leitlinie bleibe, Tourismus entlang der Lebensqualität der Einheimischen zu entwickeln: „Eine Stadt, die für Einheimische lebenswert ist, ist automatisch auch für Gäste attraktiv. Nach diesem Prinzip werden wir den Tourismus weiter entwickeln.“

Große Feiern an verschiedenen Orten

Für 2026 erwartet die Stadt zusätzliche Reiseanlässe. Das Miniatur Wunderland begeht sein 25-jähriges Bestehen – von der Idee in der Speicherstadt zu einer international bekannten Attraktion, die bislang 26 Millionen Gäste gezählt habe. „Dass wir einmal 26 Millionen Gäste aus aller Welt im Wunderland begrüßen würden, ist wahrlich eine Märchengeschichte“, sagte Gründer Frederik Braun. Man werde den neuen, groß angelegten Regenwald-Abschnitt im Laufe des Jahres fertigstellen und das Jubiläum mit besonderen Aktionen begleiten. Auf St. Pauli blickt die Reeperbahn auf 400 Jahre Geschichte zurück; das Jubiläumsprogramm soll die Verbindung von kultureller Vielfalt und städtischer Identität betonen.

Als Beispiel dafür, was Hamburg touristisch in diesem Jahr zusätzlich erwartet, gilt das breit angelegte Geburtstagsprogramm auf der Reeperbahn. Hier planen die Organisatoren des Business Development District (BID) Reeperbahn, bis zu 400 Veranstaltungen zwischen Millerntor und Großer Freiheit sichtbar zu bündeln und gesondert zu bewerben. Zum Auftakt ist eine „Reeperbahn Singsation“ auf dem Spielbudenplatz vorgesehen, bei der möglichst viele Menschen gemeinsam Udo Lindenbergs Song „Reeperbahn“ anstimmen sollen. Zum Start des Festjahres ist zudem ein Musik- und Showprogramm angekündigt, verbunden mit dem Fassanstich des Jubiläumsbiers „Reep Royal“ durch Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD). Im Straßenbild soll eine auffällige Beflaggung auf das Jubiläum hinweisen; die St.-Paulianer Künstlerin Anna Genger gestaltet Fliesen, die die Lüftungssäulen der S‑Bahn‑Station Reeperbahn aufwerten.

Ausstellung mit Pauli-Gesichtern

Geplant sind außerdem eine digitale Fotoausstellung unter dem Titel „400 Faces of St. Pauli“ sowie historische Kieztouren, die die Entwicklung des Viertels vom Handwerk der Reepschläger bis zum heutigen Amüsierboulevard nachzeichnen – ausgearbeitet gemeinsam mit dem Museum für Hamburgische Geschichte. Ende Mai wird die traditionsreiche „Hamburger Tauziehmeisterschaft“ auf dem Heiligengeistfeld dem Jubiläum gewidmet. „Die Reeperbahn ist die wahrscheinlich bekannteste Straße dieser Stadt, vielleicht auch eine der bekanntesten Straßen weltweit“, sagte Bezirksamtsleiter Ralf Neubauer. Historische Einordnungen liefern unter anderem Stadtteil‑Historikerin Eva Decker und Museumsdirektorin Bettina Probst, die die Transformationsgeschichte vom „Fahrweg zwischen Wiesen und Weiden“ zum internationalen Vergnügungsviertel nachzeichnen (Quelle: dpa/lno).

Neue Kulturproduktionen sollen die Nachfrage zusätzlich stützen. Stage Entertainment erweitert sein Programm 2026 um zwei Großformate: „Zurück in die Zukunft“ (ab März im Operettenhaus) und „Der Teufel trägt Prada“ (ab Dezember in der Neuen Flora). ATG Entertainment bringt im Herbst „Moulin Rouge! Das Musical“ in das Theater am Großmarkt. Außerdem entsteht mit dem UBS Digital Art Museum ein 6500 Quadratmeter großer Ort für immersive Kunst, der neue Zielgruppen ansprechen und die internationale Sichtbarkeit Hamburgs stärken soll; die Eröffnung ist für Dezember dieses Jahres angekündigt.

jlau

Source: welt.de

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