Bei den Krankenkassen müssen Milliarden eingespart werden. Dazu sollen künftig auch Gutverdienende mehr zahlen. Konkret will Gesundheitsministerin Warken die Beitragsbemessungsgrenze anheben.
Um die finanzielle Lage der Krankenkassen zu stabilisieren, sollen Gutverdiener künftig mehr einzahlen. Das geht aus einem Referentenentwurf des Gesundheitsministeriums hervor, der dem ARD-Hauptstadtstudio vorliegt. Gesundheitsministerin Nina Warken will demnach die Beitragsbemessungsgrenze anheben.
Die Grenze soll 2027 dem Entwurf zufolge um rund 300 Euro angehoben werden. Im Moment liegt sie bei rund 5.800 Euro brutto im Monat. Bis zu dieser Schwelle des Brutto-Monatsgehalts werden Versicherungsbeiträge fällig, vom darüber liegenden Gehalt werden keine Beiträge mehr abgezogen. Der zusätzliche Aufschlag von 300 Euro soll zu Mehreinnahmen von je 1,2 Milliarden Euro von Arbeitgebern und Arbeitnehmern führen, die sich die Krankenkassenbeiträge teilen.
Ziel: Krankenkassen entlasten
Der Entwurf ist Teil von Warkens Sparpaket für das deutsche Gesundheitssystem. Damit sollen die gesetzlichen Krankenkassen um knapp 20 Milliarden Euro entlastet werden. Auch die Beiträge für die Versicherten sollen so nicht weiter steigen und stabil bleiben.
Eine Expertenkommission hatte 66 Vorschläge zur Reform der gesetzlichen Krankenversicherung präsentiert. Warken will nach eigenen Angaben mehr als drei Viertel davon umsetzen. Zu den Maßnahmen zählt unter anderem die Beschränkung der beitragsfreien Mitversicherung von Ehegatten, höhere Zuzahlungen für verschreibungspflichtige Medikamente und das Streichen von homöopathischen Leistungen als Kassenleistung.
Krankengeld wird gekürzt
Was nun auch im Referentenentwurf steht: Krankengeld und Kinderkrankengeld sollen gekürzt werden – und zwar um je fünf Prozent. Geplant ist, dass höchstens 65 Prozent des Bruttogehalts beim Krankengeld und höchstens 85 Prozent des Nettoeinkommens beim Kinderkrankengeld ausgezahlt werden. Beides übernimmt die Kasse.
Das Kinderkrankengeld greift, wenn Eltern nicht arbeiten können, weil ihr Kind krank ist und betreut werden muss.
Mit Informationen von Oliver Neuroth, ARD-Hauptstadtstudio
Source: tagesschau.de