Der Putschführer und Übergangspräsident Mamady Doumbouya hat die Präsidentenwahl im westafrikanischen Guinea gewonnen.
Nach vorläufigen Ergebnissen der Wahlkommission kam der 41-Jährige auf
86,7 Prozent der Stimmen. Damit gewann er die absolute Mehrheit, eine
Stichwahl ist nicht nötig. Die Abstimmung gilt als Abschluss des
Übergangsprozesses nach dem Militärputsch von 2021. Die wichtigsten Oppositionspolitiker waren von der Wahl am Wochenende ausgeschlossen und hatten zum Boykott des Urnengangs aufgerufen.
Der damalige Oberst und Kommandeur der Spezialeinheiten Doumbouya,
mittlerweile General, hatte im September 2021 Präsident Alpha Condé
gestürzt und Guinea seither als Übergangspräsident geführt. Er diente
davor jahrelang beim französischen Militär auf zahlreichen
Auslandseinsätzen.
Ursprünglich hatten die Militärmachthaber angekündigt, nicht selbst bei der Wahl anzutreten. Dieses Versprechen wurde jedoch durch
eine neue Verfassung aufgehoben, die im September in einem umstrittenen
Referendum angenommen wurde. Die Opposition warf Doumbouya vor, sich die
Macht sichern zu wollen.
Ausschluss der Opposition von der Wahl
Der wichtigste Oppositionspolitiker und die
größten Oppositionsparteien waren von der Wahl ausgeschlossen. Kritiker
beklagen zudem Einschränkungen der Pressefreiheit sowie hartes Vorgehen
der Sicherheitskräfte. Guineas Militärregierung hat die Freiheitsrechte stark eingeschränkt, seit 2022 sind Demonstrationen verboten. Viele Kritiker wurden verhaftet, verurteilt oder flohen ins Exil.
Nach Angaben des Welternährungsprogramms leidet mehr als die Hälfte der 15 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner von Guinea unter Armut und Lebensmittelunsicherheit, obwohl das Land reich an Bodenschätzen ist. Im Wahlkampf warb Doumbouya mit Stabilität und
wirtschaftlicher Entwicklung. Viele Guineer hoffen auf das
Bergbau-Großprojekt Simandou, eines der weltweit bedeutendsten
Eisenerzvorkommen, das im November den Betrieb aufgenommen hat. Guinea
ist zudem eines der führenden Exportländer von Bauxit, aus dem Aluminium
hergestellt wird. In Bezug auf Gesundheit, Bildung und allgemeine Lebensqualität gehört der Küstenstaat allerdings zu den ärmsten Staaten der Welt.
Außenpolitisch bewahrte Doumbouya anders als die
anderen Militärmachthaber der Region enge Beziehungen zu
westlichen Staaten, insbesondere zu Frankreich. Mit dem formalen
Abschluss des Übergangs könnte das Land wieder in die westafrikanische
Staatengemeinschaft Ecowas aufgenommen werden, aus der es nach dem
Putsch suspendiert worden war.