Gütersparte in Not: Bahnkreise: Personeller Kahlschlag im Kontext DB Cargo geplant

Die notleidende Gütersparte der Deutschen Bahn plant nach Informationen aus Bahnkreisen mittelfristig einen personellen Kahlschlag. Bis 2030 soll nach einem Mittelfristkonzept des Managements die Zahl der Mitarbeiter in Deutschland drastisch reduziert werden – von rund 19.000 im Jahr 2023 und circa 17.000 im vergangenen Jahr auf nur noch 10.100.

Die seit sechs Jahren von Sigrid Nikutta geleitete Sparte DB Cargo steckt seit Jahren in wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Sie gehört zu den größten wirtschaftlichen Sorgenkindern des Staatskonzerns. Zugleich muss der Güterablager nach dem Willen der EU-Kommission bis Ende kommenden Jahres eigenständig schwarze Zahlen schreiben. Ein Verlustausgleich innerhalb des Konzerns ist dann nicht mehr gestattet.

„Strategie des kopflosen Schrumpfens“

Die Eisenbahngewerkschaft EVG stellt Nikutta ein verheerendes Zeugnis aus und verlangt die Abberufung der Managerin. In einem Brief der stellvertretenden Vorsitzenden Cosima Ingenschay an Bahnchefin Evelyn Palla und Aufsichtsratschef Werner Gatzer, der der F.A.Z. vorliegt, heißt es mit Blick auf die DB-Cargo-Chefin: „Was sie ‚Transformationsstrategie‘ nennt, ist in Wahrheit eine Strategie des kopflosen Schrumpfens, Kleinmachens und Zerstückelns.“

Die Zahlen sprächen für sich. „Ein Minus von über 3,1 Milliarden Euro (Ebit) seit Amtseintritt“, rechnet die Vertretung der Arbeitnehmer vor. Der Marktanteil sei rapide gesunken, die finanzielle Situation historisch schlecht, die Mitarbeiter seien verunsichert und demotiviert, und die Kunden kritisieren die Leistung des Unternehmens so scharf wie nie zuvor. Nikuttas Managementphilosophie aus Versuch und Irrtum habe DB Cargo in eine erhebliche Schieflage gebracht. „Darunter leidet auch die deutsche Wirtschaft.“ Die Führungsspitze der DB-Tochtergesellschaft sei „mittlerweile ein Standortrisiko für unser Land“.

Gutachten soll am Mittwoch vorliegen

Der Staatskonzern zeigte sich am Montag schweigsam. „Zu den Forderungen der EVG äußern wir uns nicht. Wir erwarten an diesem Mittwoch ein Gutachten zur Lage bei DB Cargo, um uns ein objektives Bild zu machen“, erläuterte eine Pressesprecherin.

In der neuen Bahnstrategie von Verkehrsminister Patrick Schnieder heißt es, die Krisensparte müsse von 2026 an profitabel sein. „Die Sanierungsmaßnahmen der DB Cargo AG sind fortzusetzen und gegebenenfalls zu intensivieren.“ DB Cargo transportierte im ersten Halbjahr 2025 zehn Prozent weniger, der Umsatz sank um neun Prozent auf 2,5 Milliarden Euro. Der operative Verlust verringerte sich auf 96 Millionen Euro. Im Güterbereich entfallen auf private Konkurrenten der Bahn schon rund 60 Prozent des Geschäfts in Deutschland.

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