Der französische Präsident Emmanuel Macron hat am Montag auf dem Marinestützpunkt Île Longue nahe der westfranzösischen Hafenstadt Brest angekündigt, das Atom-Arsenal des Landes „aufstocken“ zu wollen. Dazu sollten jedoch keine Zahlen veröffentlicht werden: „Um frei zu sein, muss man gefürchtet werden“, sagte Macron in seiner Rede. Die nukleare Abschreckung sei „ein unantastbares französisches Gut“ und müsse das auch bleiben.
Mehr als vier Jahre nach dem Beginn der russischen Invasion in der Ukraine und zwei Tage nach Beginn der Intervention der Vereinigten Staaten und Israels in Iran – ganz zu schweigen von den aktuellen Spannungen zwischen Pakistan und Afghanistan – ist der Staatschef der Ansicht, dass „wir derzeit sowohl ein erhöhtes Risiko sehen, dass Konflikte die nukleare Schwelle überschreiten, als auch gleichzeitig eine Verschärfung der Konflikte“.
Macron betonte auch die Rolle Europas. „Unsere Sicherheit wurde nie nur innerhalb der Grenzen unseres Territoriums konzipiert, weder auf konventioneller noch auf nuklearer Ebene“, sagte er. Eine neue Etappe der französischen Abschreckung könne daher konkretisiert werden. Macron spricht von einer „fortgeschrittene Abschreckung“.
Diese bietet den europäischen Verbündeten, wie Deutschland, die Möglichkeit, „an den französischen Abschreckungsübungen teilzunehmen“, erklärte Macron. Es werde jedoch keine gemeinsame Entscheidung, Planung oder Umsetzung geben, stellte der Präsident klar.
Source: faz.net