Grünheide: 3.000 Tesla-Beschäftige in Grünheide fordern Entlastung

Im Werk des US-Elektroautoherstellers Tesla in Grünheide haben Beschäftigte bessere Arbeitsbedingungen gefordert. Mehr als 3.000 Beschäftigte, knapp ein Viertel der 11.000 Mitarbeiter, unterschrieben eine Petition, in der Entlastungen wie längere Pausen gefordert werden. Die Gewerkschaft IG Metall übergab die Petition bei der Betriebsversammlung des Autoherstellers in
Grünheide.

 „Über 3.000 Unterschriften sind ein starkes Zeichen“,
sagte IG-Metall-Bezirksleiter Dirk Schulze. „Bei Tesla
gehört viel Mut dazu, sich zu seinen Interessen als Beschäftigter zu
bekennen.“ Arbeitsüberlastung sei von Beginn an ein Thema im Werk. Die Geschäftsführung müsse die chronische Unterbesetzung
in Schichten beenden und Beschäftigte mit Respekt behandeln, statt sie zu
schikanieren, sagte Schulze.

Tesla veröffentlichte zur
Betriebsversammlung eine eigene jährliche Befragung, an der dem Unternehmen
zufolge rund 7.500 Mitarbeitende teilnahmen. Fast 80 Prozent seien demnach mit
ihrer Arbeit zufrieden. Nur fünf Prozent hätten sich negativ geäußert. Die Beschäftigten
könnten jederzeit Verbesserungsvorschläge machen, von denen viele auch schon
umgesetzt worden seien – etwa ein Fitnessstudio im Werk.

Bericht: Lohn kranker Mitarbeiter einbehalten

Ab April – mit dem Produktionsanlauf von Model Y – sollten 300 Leiharbeitnehmer
feste, unbefristete Verträge erhalten, teilte Tesla mit. Laut IG Metall reicht das nicht aus, um den Produktionshochlauf zu stemmen.

Zuvor hatte es einen Bericht des Handelsblatts gegeben, wonach Tesla angesichts des hohen Krankenstands in Grünheide krankgemeldeten
Mitarbeitern gedroht hatte, Gehälter zurückzuhalten. Außerdem drängte der US-Konzern seine Angestellten demnach dazu,
Diagnosen offenzulegen und behandelnde Ärzte von der Schweigepflicht zu
entbinden. Die IG Metall warf Tesla daraufhin Einschüchterung vor. Der Autohersteller wies die Vorwürfe zurück.

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