Die Grünen können auf die Beamten und Angestellten zählen. Die SPD kann selbst bei Arbeitern kaum mehr verfangen. Bei den Jungwählern liegt die AfD vor der CDU auf Platz 2.
Laut Analyse der Forschungsgruppe Wahlen gab es bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg massive Unterschiede im Wahlverhalten nach Alter, Geschlecht, Bildung und Beruf.
AfD bei Jungwählern auf Platz 2
Ein zentraler Faktor für das starke Grünen-Ergebnis bleibt die generationsübergreifende Unterstützung: Neben 31 Prozent bei allen unter 60-Jährigen sind die Grünen mit 33 Prozent auch in der großen und beteiligungsstarken Gruppe der ab 60-Jährigen sehr erfolgreich. Stärkste Partei wird hier mit 39 Prozent (plus zehn) jetzt aber die CDU, die sich zudem bei den 45- bis 59-Jährigen mit 32 Prozent (plus neun) deutlich verbessert.
Bei den unter 30-Jährigen liegen die Grünen klar vorn. Die AfD landet hier mit 19 Prozent auf dem zweiten Rang – noch vor der CDU mit 17 Prozent. Die Linke ist hier mit 12 Prozent sogar doppelt so stark wie die SPD mit 6 Prozent.
Grüne liegen bei Beamten deutlich vorn
Die Berufsgruppe der Arbeiter wählte erneut vor allem die AfD (30 Prozent) und die CDU (30 Prozent). Die einstige Arbeiterpartei SPD liegt in dieser Gruppe abgeschlagen bei sieben Prozent.
Angestellte stimmten mit 35 Prozent am meisten für die Grünen, die auch bei den Beamten mit satten 45 Prozent deutlich vor der CDU liegt (34 Prozent). Hier liegt die AfD mit 9 Prozent deutlich unter ihrem Wahlergebnis. Bei den Selbstständigen, die eigentlich als den Freien Demokraten zugetan gelten, liegt die FDP mit 7 Prozent weit abgeschlagen. Selbstständige wählen zu 37 Prozent die Christdemokraten und zu 29 Prozent die Grünen. Die AfD erreicht auch hier mit 17 Prozent ein respektables Ergebnis.
AfD schneidet bei Hochschulabsolventen unterdurchschnittlich ab
Die Bildungsabschlüsse zeichnen folgendes Bild: Bei den Wählern mit Hauptschulabschluss ist die CDU mit 36 Prozent deutlich stärkste Partei, vor der AfD (25 Prozent) und den Grünen (19 Prozent).
Bei denen mit Mittlerer Reife liegen die Christdemokraten mit 32 Prozent vorn, die Grünen und AfD liegen in etwas gleich auf (25 Prozent vs. 23 Prozent). Bei den Wählern mit Abitur und Hochschulabschluss schneiden die Grünen mit Abstand am besten ab: 34 Prozent der Wähler mit Abitur und ganze 45 Prozent der Wähler mit Hochschulabschluss wählten die Regierungspartei. Die CDU kam auf 25 Prozent (Abitur) und 28 Prozent (Hochschulabschluss). Die AfD konnte durchaus auch beim Bildungsbürgertum überzeugen und überflügelte SPD, Linke und FDP deutlich mit 17 Prozent der Wähler mit Abitur und zehn Prozent der Wähler mit Hochschulabschluss.
Große Unterschiede zwischen Frauen und Männern
Unterteilt man die Wähler nach ihrem Geschlecht, lässt sich feststellen, dass die CDU bei Männern nur noch leicht stärker punktet als bei Frauen und so bei den Männern auf 31 Prozent und bei den Frauen auf 29 Prozent kommt. Deutlicher ist der Unterschied bei den Grünen: Hier wählen Frauen mit 34 Prozent die Partei, die Männer mit 29 Prozent.
Deutlich ist das ‚Gender-Gap‘ auch bei der AfD (Männer 21 Prozent, Frauen: 15 Prozent). Erstaunlich ist, dass die sonst durch weibliche Wähler profitierenden SPD und Linken bei Frauen nicht mehr erfolgreicher sind als bei Männern (SPD: 6 bzw. 5 Prozent; Linke 5 bzw. 4 Prozent). Die FDP ist bei den Männern (5 Prozent) knapp über der Fünf-Prozent-Hürde, bei den Frauen (4 Prozent) drunter. Gleiches gilt für die Linke mit umgekehrten Vorzeichen: Frauen 5 Prozent, Männer 4 Prozent.
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Source: welt.de