US-Präsident Trump will in Washington das „schönste Triumphbogen-Bauwerk der Welt“ errichten lassen. Vorbild soll Paris sein. Nur soll seiner viel größer sein.
Das Monument soll 76 Meter hoch werden und die Inschrift „One Nation Under God“ tragen, natürlich in Gold. Gekrönt wird das Bauwerk von einer geflügelten Freiheitsstatue, flankiert von zwei Adlern. Am Sockel befinden sich vier goldene Löwen. So stellt sich US-Präsident Donald Trump den neuen Triumphbogen vor, der zum 250. Jahrestag der Vereinigten Staaten errichtet werden soll. Erstmals hat die US-Regierung die Entwürfe öffentlich vorgestellt, wie auch die „Washington Post“ berichtet.
Geplant ist für die neoklassizistische, elfenbeinfarbene Struktur demnach ein Standort am Memorial Circle nahe dem Nationalfriedhof Arlington – einem sensiblen historischen Ort. Das Areal gilt seit mehr als einem Jahrhundert als möglicher Standort für ein nationales Denkmal.
Trump selbst lobte das Projekt bereits überschwänglich. Seine Regierung habe die Pläne „heute offiziell bei der hoch angesehenen Kommission für Bildende Künste eingereicht – für das größte und schönste Triumphbogen-Bauwerk irgendwo auf der Welt“, postete er auf „Truth Social“. Der Bau werde „eine wunderbare Ergänzung für die Region Washington D.C. sein, an der sich alle Amerikaner über viele Jahrzehnte erfreuen können“, erklärte der Präsident.
Doch nicht alle können sich für den „Independence Arch“, über den in den sozialen Netzwerken als „Arc de Trump“ gelästert wird, so begeistern: Denn mit 76 Metern wäre der Triumphbogen mehr als doppelt so hoch wie das Lincoln Memorial und würde die umliegende Gedenklandschaft deutlich dominieren. Er wäre zudem größer als vergleichbare Triumphbögen weltweit: Der Pariser Arc de Triomphe misst 50 Meter, das Brandenburger Tor dazu im Vergleich 26 Meter).
Architekten und Denkmalschützer warnen deshalb bereits, das Projekt würde die „sorgfältig inszenierten Sichtachsen“ der Hauptstadt zerstören und zentrale Perspektiven – etwa auf den Nationalfriedhof – beeinträchtigen, berichtet die „Washington Post“ weiter.
Über die Pläne soll nun die Commission of Fine Arts beraten, allerdings gilt das Gremium politisch als von Trump nah besetzt. Für den Bau an diesem Standort wäre zudem die Zustimmung des US-Kongresses erforderlich, da es sich um geschütztes Gelände handelt. Schon jetzt verteidigt das Weiße Haus das Projekt als „ikonische“ Erweiterung der Hauptstadt. Der Bogen werde das Besuchererlebnis verbessern und an die Opfer amerikanischer Soldaten erinnern.
Allerdings unterstützen nur rund ein Fünftel der Bevölkerung das Vorhaben, wie die „Washington Post“ aus einer Umfrage zitiert, eine Mehrheit lehnt es ab. Unklar bleiben zudem bislang die Kosten. Trump hatte angekündigt, den Bau über private Spenden finanzieren zu wollen. Berichten zufolge könnten jedoch auch öffentliche Mittel einfließen. Deshalb haben sich Kritiker bereits in Stellung gebracht: Militärveteranen und Denkmalschützer wollen den Bau mit Klagen stoppen. Sie argumentieren, der Triumphbogen verfälsche die historische Bedeutung des Ortes und beeinträchtige zentrale Blickachsen. Auch Demokraten unterstützen den Widerstand. Trump bezeichnete diese Klagen jedoch bereits als „lächerlich“.
Denn der Triumphbogen ist nicht das einzige Bauprojekt Trumps: Auf dem Gelände des Weißen Hauses wird derzeit ein Ballsaal gebaut, für den der Ostflügel des geschichtsträchtigen Gebäudes abgerissen wurde. Die Kosten werden inzwischen auf etwa 400 Millionen US-Dollar beziffert – doppelt so hoch wie ursprünglich geplant. Zudem soll ein unterirdisches Besucherzentrum entstehen, in dem künftig Sicherheitskontrollen für Touristen gebündelt werden.
kami
Source: welt.de