Vorstöße von Nato-Partnern für einen Ausbau der Bündnispräsenz in der Arktis bringen US-Präsident Donald Trump nicht von seinem Gebietsanspruch auf Grönland ab. An Bord der Air Force One konfrontierte ihn eine
Journalistin damit, dass Großbritannien und Deutschland aktuell Pläne
für mehr Schutz der Sicherheit in der Arktis im Nato-Rahmen diskutieren
würden. Die Frage, ob das etwas an seiner Einschätzung ändere, verneinte
Trump.
„Wir sprechen über Erwerb, nicht über eine Pacht“, sagte Trump auf Grönland bezogen. Es gehe ihm darum, Grönland langfristig zu besitzen. Einmal mehr rechtfertigte er das damit, dass sich sonst China oder Russland die Insel einverleiben würden.
Grönland ist die größte Insel der Welt. Bis 1953 war es eine Kolonie Dänemarks, mittlerweile ist es weitgehend autonom. Über Bereiche wie Außen- und Verteidigungspolitik entscheidet aber weiter die ehemalige Kolonialmacht Dänemark. Durch die Anbindung an Dänemark ist Grönland auch Teil der Nato.
Nato-Einsatz soll den USA Argument der Sicherheit nehmen
Mehrere Mitglieder hatten
sich zuletzt für einen Ausbau der Nato-Präsenz in der Arktis
ausgesprochen. Ein Vorschlag sieht Diplomaten zufolge einen
Überwachungseinsatz mit dem Namen Arctic Sentry (deutsch etwa: Wächter
der Arktis) vor. Er soll den USA das Argument nehmen, dass die
Sicherheit in der strategisch wichtigen Region nicht ausreichend
gewährleistet werden kann.
Deutschlands Außenminister Johann Wadephul hatte grundsätzliche Bereitschaft für einen größeren
Beitrag Deutschlands zur militärischen Sicherheit in der Arktis erklärt.
Die richtigen Antworten müssten im Nato-Rahmen gefunden werden, sagte
der CDU-Politiker, der auf Island einen Zwischenstopp auf dem Weg in die
USA einlegte.
US-Außenminister Marco Rubio empfängt Wadephul heute in Washington, D. C. Trumps Drohungen gegen Grönland dürften bei dem Termin eine wichtige Rolle spielen.