Der britische Premierminister Keir Starmer hat sich in einem Telefonat mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron für eine verstärkte Nato-Präsenz im hohen Norden ausgesprochen. Das Bündnis müsse in der Region stärker auftreten, um Gegner wie Russland abzuschrecken, sagte Starmer einer Regierungssprecherin zufolge.
Das Telefonat der Staats- und Regierungschefs der sogenannten E3-Staaten folgte auf Äußerungen der US-Regierung, das zum Königreich Dänemark gehörende Grönland übernehmen zu wollen. US-Präsident Donald Trump äußert seit Langem Besitzansprüche auf Grönland,
das Teil des dänischen Königreichs ist.
Wadephul trifft Rubio in Washington
Auch bei einem Treffen zwischen Außenminister Johann Wadephul (CDU) und seinem US-Amtskollegen Marco Rubio am Montag in Washington, D. C. dürfte Grönland ein Thema sein. Das Auswärtige Amt nannte nur wenig Details zum Inhalt des Gesprächs. Es solle um die bilateralen Beziehungen, die weitere Unterstützung der Ukraine sowie die transatlantische Sicherheits- und Verteidigungspolitik gehen.
Wadephul bricht laut seiner Sprecherin am Sonntagnachmittag in die USA auf und wird am Sonntagabend einen Zwischenstopp in der isländischen Hauptstadt Reykjavik einlegen. Dort trifft er seine Amtskollegin Thorgerdur Katrín Gunnarsdóttir. Der Außenminister war bereits Anfang Dezember in Berlin mit Gunnarsdóttir zusammengekommen.
Die Reise sei ein starkes Zeichen der engen bilateralen Beziehungen zu den USA, aber auch für die Bedeutung der europäischen Nato-Partner, sagte die Sprecherin. Zwischen Island und den USA liegt die Insel
Grönland.
Grönland ist reich an Bodenschätzen
Zuletzt verschärfte das US-Präsidialamt seine
Drohungen gegen Grönland. Es gab eine
offizielle Stellungnahme heraus, in der es hieß, die Insel sei „eine
Priorität für die nationale Sicherheit“. Zudem weigerte sich die
Trump-Regierung, den Einsatz militärischer Gewalt auszuschließen.
Für kommende Woche hatte Rubio ein offizielles Treffen mit seinem dänischen Amtskollegen in Washington, D. C. angekündigt. Bereits diese Woche Donnerstag soll ein Treffen zwischen Trump-Beratern und dem Grönland-Gesandten in der US-Hauptstadt stattgefunden haben. Die US-Regierung bestätigte entsprechende Berichte nicht.
Auf der arktischen Insel, die sechsmal so groß wie
Deutschland ist, leben nur knapp 60.000 Menschen. Sie ist reich
an seltenen Bodenschätzen. Dänemark und die Führung mehrerer
Nato-Staaten um Deutschland hatten zuletzt ihre Position verdeutlicht, Grönland stehe nicht zum Verkauf und gehöre den Grönländern und Dänen. Durch die Anbindung an das Königreich Dänemark ist Grönland Teil
der Nato.