Grenzkonflikt: Thailand wirft Kambodscha Bruch von Waffenruhe vor

Zwei Tage nach der Einigung auf eine Waffenruhe im Grenzkonflikt zwischen Kambodscha und Thailand hat die thailändische Armee den Streitkräften Kambodschas vorgeworfen, die Kampfpause gebrochen zu haben. „Mehr als 250 Drohnen“ seien am Sonntagabend in das Gebiet Thailands eingedrungen, teilte die thailändische Armee mit. Diese „Provokation“ sei mit der Einigung auf die Waffenruhe „unvereinbar“. 

Kambodschas Außenminister Prak Sokhonn sagte daraufhin im Staatsfernsehen, beide Seiten hätten sich darauf geeinigt, den Vorfall zu untersuchen und „sofort zu lösen“. Es handle sich um ein „kleines Problem im Zusammenhang mit Drohnenflügen, die von beiden Seiten entlang der Grenzlinie gesehen wurden“. 

Konflikt geht auf Grenzziehung durch Frankreich zurück

Die beiden südostasiatischen Staaten hatten am Samstag nach wochenlangen Gefechten eine sofortige Waffenruhe vereinbart. Die Vereinbarung gilt demnach für alle Arten von Waffen und umfasse jedwede Angriffe auf zivile oder militärische Ziele, hieß es in dem Abkommen. Beide Seiten wollten demnach ihre Truppenbewegungen einstellen und geflüchteten Zivilisten eine schnellstmögliche Rückkehr ermöglichen. Vor den Kämpfen mit mindestens 47 Toten waren auf beiden Seite der Grenze etwa eine Million Menschen geflohen.

Der seit vielen Jahren schwelende Grenzkonflikt zwischen den beiden Ländern war im Dezember nach mehreren Monaten ohne Kämpfe erneut aufgeflammt. Ursache des Konflikts ist ein Streit über die unklare Grenzziehung durch Kambodschas ehemalige Kolonialmacht Frankreich im Jahr 1907. Beide Seiten erheben unter anderem Ansprüche auf historische
Tempelruinen in dem Gebiet. Wie die etwa 800 Kilometer lange Grenze verlaufen soll, ist bisher nicht ausgehandelt.

Auf das Ende der jüngsten Gefechte hatten die USA, China und Malaysia hingewirkt. Die drei Länder hatten bereits nach Gefechten zwischen den Konfliktparteien im Juli eine Waffenruhe vermittelt. US-Präsident Donald Trump verkündete im Oktober eine weiterführende Vereinbarung, die allerdings nach wenigen Tagen wieder gebrochen worden ist. 

China fordert Einhaltung der Waffenruhe

Noch am heutigen Montag befanden sich die Außenminister Thailands und Kambodschas mit ihrem chinesischen Amtskollegen Wang Yi in China. Wang bezeichnete die Waffenruhe dort als „hart errungen“ und forderte die beiden Länder auf, keine Wiederaufnahme der Kämpfe zuzulassen. 

Die Umsetzung des Abkommens erfordere eine fortgesetzte Kommunikation, bei der China seine Unterstützung anbiete, sagte Wang weiter. Obwohl sowohl Kambodscha als auch Thailand Mitglieder des südostasiatischen Staatenbundes Asean sind, wurde die Rolle des teils mit China konkurrierenden Bündnisses in der Erklärung zur Waffenruhe nicht erwähnt. 

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