Im Rahmen der neu ausgehandelten Waffenruhe hat Thailand 18 kambodschanische
Kriegsgefangene aus der Haft entlassen. Die Soldaten wurden am Grenzübergang zwischen der thailändischen Provinz Chanthaburi und der kambodschanischen
Provinz Pailin in ihr Heimatland überstellt. Am selben Ort hatten die
Verteidigungsminister der beiden südostasiatischen Länder das Waffenruheabkommen
am Samstag unterzeichnet.
Thailands Außenministerium sprach in einer
Mitteilung von einer Geste des guten Willens, die der Vertrauensbildung
diene und internationalen humanitären Grundsätzen entspreche. Das kambodschanische
Verteidigungsministerium erklärte, der Schritt schaffe „ein Umfeld,
das Frieden, Stabilität und die vollständige Normalisierung der
Beziehungen zum Nutzen beider Nationen und ihrer Bevölkerung in naher
Zukunft“ begünstige.
Die neuerliche Waffenruhe sah
vor, die verbliebenen Soldaten freizulassen, wenn die Feuerpause 72
Stunden lang eingehalten werde. Diese Frist war Dienstag abgelaufen.
Eskalation seit Juli
Zwischen Soldaten aus Thailand und
Kambodscha war es bereits im Juli zu knapp einwöchigen
heftigen Gefechten an der 800 Kilometer langen Grenze beider Länder
gekommen. Dabei wurden die 18 Soldaten aus Kambodscha in Thailand als
Kriegsgefangene inhaftiert. Das galt seither als ein zentrales Hindernis für eine
Annäherung beider Staaten.
Anfang Dezember waren neue schwere Kämpfe
zwischen den Nachbarstaaten entbrannt. Mehr als 100 Menschen kamen ums
Leben, mehr als eine halbe Million Bewohner auf beiden Seiten wurden in die
Flucht getrieben. Hintergrund der Feindseligkeiten ist ein
jahrzehntelanger Streit um Gebietsansprüche.