„Gott verzeiht, Ariel nicht“ – Miss Missgunst 2026 nähert sich jener Verzweiflung

Tag 13 im Dschungel: Furie Ariel klammert sich verbissen an ihren Feldzug gegen Gil Ofarim. An der Sympathiespitze weiter souverän: Simone Ballack vor Hubert und Samira. Blöd gelaufen für Eva: endlich Männerüberschuss im Camp – und sie hat nix mehr davon.

Wir müssen, da führt kein Jakobsweg dran vorbei, noch einmal ein ernstes Wörtchen mit „dem RTL“ reden. Was war das bitte für eine Prüfung an Tag 12, bei der Gil Ofarim sich – ja, nein, weiß nicht – irgendwie verletzte? Schwer? Zugegeben: Nicht einmal ein Joey-Ich-kann-alles-mit-Sport-Kelly wäre hier auch nur in die Nähe eines Sterns gekommen.

Gil Ofarim, so etwas wie der Joey Kelly des Dschungelcamps 2026, (Sport-, aber auch Frisuren- und Stimmtechnisch), konnte noch so oft durch den Weiher kraulen, sich am anderen Ende über eine seifige schmale Latte schlängeln, um – bedroht von einem Riesenballpendel – auf der glatten Plattform im Wasser auszurutschen. Der Tennisball, der von der Seite kam (6 Sekunden!) war stets längst vorbeigeschossen. Kein Wunder eigentlich, dass der Mann nach 12 Tagen Sparmannskost, Hitze und Ariel-Ultra-Beschimpfung irgendwann entkräftet zu Boden sank. Dachte man. Kreislaufkollaps? Nein, es sollte ein ernster Unfall sein.

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Zur Verwirrung aller (Hallo, das war s0 gar nicht RTL-like!) wurde der Moment des Unfalls maximal entdramatisiert. Keine Superzeitlupe, kein eingefroren verzerrtes Gesicht, keine dramatische Musik, kein Aufschlag mit Blutspritzer an der Schläfe, keine Wiederholung aus sieben Kameraperspektiven, keine Live-Schalte in den Notarztwagen, keine Reporter, zu denen der Oberarzt mit superernstem Gesicht kommt, um das Bulletin zu verkünden. Im Gegenteil, der Unfall wurde nur aus einer Perspektive einmal kurz gezeigt, der Moment des Aufpralls auf der Plattform (Kopf? Nur Schulter?) offenbar rausgeschnitten. Kein Wunder, dass im Netz sofort die Memes mit dem sich fünfmal überschlagenden brasilianischen Schwalbengott Neymar jr. aus dem Jahr 2018 kursierten. So läppisch K.O. ging zuletzt vermutlich nur Hulk Hogan gegen „The Rock“ in Wrestlemania XVIII (2002). Ob Trash-TV-Aficionados aufgebracht mit der Kündigung ihres RTL-Plus-Abos drohten („Das ist nicht mehr mein RTL!“) – das bleibt reine Spekulation.

Und damit zu Tag 13, dem Tag der Auferstehung des heiligen Gil, formerly known as „Verbrecher“ und „Lügner“. Nach seinem Notaufnahmen-Boxenstopp inklusive illegalem Doping mit einem Bananensandwich durfte er die ganze Nacht seinen Schmerzmittelrausch ausschlafen. An nächsten Morgen dann: „Schädelweh.“ (Gil) Und Dankbarkeit. So viel Dankbarkeit. Dankbarkeit für Stephen, der ihm Bett und seine Decke (zusätzlich zu seiner eigenen) gegeben habe. Dankbarkeit für Samiras feste Umarmung („Das tat gut!), für den Teamgeist, für die „Connection“ zu Eva und selbst für Erzbiest Ariel („Unser Verhältnis ist nicht gut, aber stabil auf einem sehr niedrigen Niveau“). Das war aber auch wirklich der einzige schlaue Satz, den er da von sich gegeben hat. Ansonsten gilt, was wir Altphilologen in solch einem Moment immer zu sagen pflegen (wir haben ja einen Bildungsauftrag bei WELT – oder waren das die Öffentlich-Rechtlichen?): „Si tacuisses, philosophus mansisses“.

Ganz anderes Liebes-Level: Kommen wir damit zu einer anderen, die auch besser öfter schweigen sollte, ohne jemals in den Verdacht zu kommen, eine Philosophin zu sein: Eva Benetatou. Wie Gil steckte Eva an diesem Tag wieder knietief im Tümpel der trüben Lebensweisheiten. Zudem besitzt sie ja das Sondertalent, sich stets die denkbar falschesten Gesprächpartner für ihre „total deepen“ Gespräche zu suchen. Diesmal ausgerechnet Ariel, einzige verbliebene Camp-Freundin von Samira, für deren Ex Serkan Eva bekanntlich in einem schwachen Moment „die Beine öffnete“. Mit Ariel nun wollte sie wieder mal ihr Top-Thema besprechen: „untreue Männer“. Was so öde ist, dass wir es hier nicht weiter erörtern. Nur soviel. Ariel, Samira, Eva, alle wurden von ihren Reality-Hengsten bei jeder Gelegenheit be…trogen („Wir alle haben dieselbe Story!“). Ariel, bei der Nachbereitung am Dschungeltelefon in einem ihrer wenigen lichten Momente: „What the fuck? Hat Eva eben ernsthaft gesagt: Ich habe mit Samiras Mann geschlafen, damit diese stärker aus der Beziehung heraus gehen kann?“ Ja, hat sie. „Det is Ruelity“, würde Jan Köppen sagen.

Männer sind… aber Frauen auch: Hardy Krüger, nun auch offiziell im Jürgen-Hingsen-Gedächtnismodus (Tipp von Jan Köppen: „Ab und an mal umdrehen“), bespricht mit Bauer Patrick Romer, das zuvor von den Reality-Damen geäußerte Anforderungsprofil für den modernen Mann. Samira etwa stellte fest: „Der muss autoritär sein!“ Eine Ansage, die Camp-Dino Hardy im Jahr 2026 als Wunsch einer 32-Jährigen doch verblüffte. (Um eine Ariel „horny“ zu machen, wie diese sagte, reicht es ja bereits, nicht mehr bei Mama zu wohnen.) Bauer Patrick zu den Vorstellungen der Damen: Rechnung zahlen im Restaurant, okay, „aber doch nicht als Selbstverständlichkeit“, sondern weil man höflich sein wolle. Hardy: „Ein Mann redet nicht viel, er zeichnet sich aus durch das, was er tut.“ Und weiter: „Man muss ja nicht Macho sein…“ Patrick: „Nee, wozu denn…?“ Patrick weiter: „Frauen wollen immer nach oben daten. Männern ist das relativ egal.“ Wie war das noch: Hätten sie geschwiegen…

Miss Missgunst 2026 schäumt: Schwierige Tage für Ariel, die kleine Campbeschmutzerin. Auch wenn sie sich immer verzweifelt selbst in die Prüfung zu wählen versucht, muss sie in Woche zwei immer draußen bleiben – zu deutlich ist der Hunger aus Woche eins noch in Erinnerung. Und die Tiere im Dschungel wissen es sicher auch zu schätzen, nicht mehr angekreischt zu werden.

Niemand, wirklich niemand kann so schön wütend schauen wie die kleine Schweizerin, die nichts mehr hasst als nicht 24/7 im Mittelpunkt zu stehen. Um wenigstens etwas Restsendezeit zu sichern, tut sie wirklich alles. Beißt sich, egal wie kalt der Knochen ist, weiter an Gil fest („Du bist und bleibst ein Verbrecher!“), heuchelt kurz Mitgefühl mit dem Verletzten, um im nächsten Satz, vor allen, zu sagen: „Ich bin ein bisschen neidisch auf ihn. Und das ändert nichts daran, dass er ein böser Mensch ist.“ Gil, am Ende der üblichen Suada, resigniert: „Leck mich am Arsch!“

Verlustgeschichten: Am Lagerfeuer wird Simone noch einmal gebeten zu erzählen, wie das mit dem tödlichen Umfall ihres mittleren Sohnes Emilio war. Wie es zu dem Umfall kam: Die drei Söhne wären im Ferienhaus von Michael Ballack in Portugal gewesen, Emilio habe eine Nachbarin nach Hause fahren wollen, beim Losfahren verschaltete er sich, fuhr rück- statt vorwärts, das Quad sei durch ein Loch im Zaun gestürzt und habe den Sohn unter sich begraben. Die beiden anderen Söhne hätten das schwere Gefährt nicht von ihm herunterbekommen, er sei schlicht erdrückt worden. Kein Alkohol, kein Zu-schnell-fahren, einfach ein schrecklicher Unfall. Hardy Krüger, der einen Sohn durch plötzlichen Kindstod verlor: „Du bist, wenn du ein Kind verlierst, nicht mehr der, der du vorher warst. Und das Leben wird auch nie wieder sein, wie es vorher war.“ Simone: „Irgendwann bist du nur noch die Frau mit dem toten Kind. Deswegen bin ich auch nach Italien. Ich wollte nur noch weg.“ Samira, neben ihr, heult wie ein Schlosshund.

Die Prüfung: „Kotzella-Festival 2“, RTL muss bekanntlich sparen. Und das Set war bereits aufgebaut und bezahlt, warum nicht neun Tage später nochmal nutzen. Beim ersten Versuch hatte die Heilige Ariel noch aus ethischen Gründen verweigert (nicht mit „Ehebrecherin“ Eva und „Verbrecher“ Gil). Samira Yavuz, die Betrogene, durfte auch mal in eine Prüfung, zusammen mit Simone Ballack und Hardy Krüger. Sie musste in dem wortwörtlich zugeschissenen Festivalgelände nach Schlüsseln suchen, die die beiden anderen an Schlössern ausprobieren mussten. 12 Schlüssel waren versteckt, acht passten zu den Schlössern für acht Sterne. Die beiden älteren Prüflinge mussten sich in Kisten legen, nur mit einem Briefschlitz für die Schlüssel versehen. In jedem dieser gläsernen Särge waren vier angekettete Stern und fünfzehn große Schlangen. Es galt, sich nicht zu bewegen – Faultier Hardy war also in seinem natürlichen Element, aber auch Simone tat keinen Mucks und war wie immer hochprofessionell bei der Sache. Man wollte sich gar nicht vorstellen, wie der Geräuschpegel gewesen wäre, wenn die Schweizer Sirene da hinein gemusst hätte. Sechs von acht Sternen, saubere Leistung.

Prominent ignoriert: Die Schatzsuche von Ariel und Eva, zwei Pfadfinderinnen, zu deren Beherrschung eines Kompasses nur ein Wort passt: verpeilt! Samiras schwerer Verstoß gegen die Camp-Regeln, der garantiert noch ein Nachspiel hat. Zugematscht und stinkig von der Dschungelprüfung, will sie nicht warten, bis die Wasserfalldusche irgendwann angeht, sondern nimmt Seife mit in den Schwimmweiher. „Das ist maximal beschissen“, sagt nicht nur Eva. Außerdem: Leiden einer Spielerfrau. Der Chefarzt im Kreißsaal unterhielt sich, wie Simone erzählte, lieber mit ihrem berühmten Ehemann über das letzte Spiel als sich um ihre Presswehen zu kümmern. „Hallo, ich bekomme hier ein Kind…!“

Was außerhalb des Camps und der Show geschah: Der Anwalt von Gil Ofarim sagte „Bild“, dass 40.000 € der Gage seines Mandanten dazu da sei, endlich das bei der Einigung vereinbarte Schmerzensgeld für den Hotelangestellten zu bezahlen. Bisher habe Ofarim dazu einfach nicht die Mittel gehabt.

Ariels Ex Giuliano, der Vater ihrer Tochter, betont auf Instagram, er habe „keinen Bock mehr, mich dauernd zu rechtfertigen, weil ein wirklich böser Mensch ständig Scheiße erzählt“. Niemals hätte Ariel alias der „böse Mensch“ gewollt, dass seine etwas ältere Tochter aus einer früheren Beziehung bei ihnen lebe. Ariel habe sehr schnell deutlich gemacht, „dass sie niemals ein Kind von einer anderen Frau großziehen würde“. Zitat Ende. Gil hätte sich also seinen Handschlag vor Rührung sparen können.

Und auch die Mutter von Ariel, deren bürgerlicher Vorname übrigens Valeria ist, meldete sich und äußerte, freundlich formuliert, eine gewisse Irritation, wie ihre Tochter die Trennung der Eltern und das Verhältnis zur Mutter und deren neuem Partner darstellte. Zitat: „Ich habe ihr nie Steine in den Weg gelegt. Das Verhalten von Valeria wurde nicht mehr erträglich. Es gab jeden Tag Terror…“ Gil Ofarim: Ja!

Beste Sprüche: „Gestern gab es so viele Sex-Beichten im Camp. Sogar Bushido hat seiner Frau die Ohren zugehalten!“ (Jan Köppen)

„Gott vergibt, Ariel nicht!“ (Jan Köppen)

„Du hast ein sehr, sehr gutes Herz. Das sieht man.“ (Eva Benetatou zu Ariel)

„Geh nach Hause. Leg Dich auf die Couch!“ (Ariel hat einen guten Tipp für den verletzten Gil)

Wer gewinnt: Simone, ins Finale kommen Samira, Gil, eventuell Hubert. Ariel (Team: „Ehrlichkeit und Gerechtigkeit“) schäumt.

Wer musste gehen: Überraschung: Nicht Bauer Patrick, der in den vergangenen Tagen einige „vielleicht“ bekam und auch diesmal sehr, sehr blass blieb, sondern: Eva Benetatou.

Wer darf wieder ran? Blitzgenesung: Gil ist ab morgen wieder für die Prüfungen zugelassen.

Hätte sie nur geschwiegen… Evas „Abschiedsrede“ gab einen dezenten Hinweis, woran es (auch) gelegen haben könnte: „Ich möchte mich bei Euch allen bedanken…. bla bla… Es war für mich eine ganz tolle Entwicklungsreise… blabla… konnte mich so zeigen wie ich bin…bla bla… habe eine große Entwicklung durchgemacht… bla bla.

Sätze, die man so ironiefrei und platt sonst nur auf der Business-Plattform LinkedIn zu lesen bekommt. Und wie heißt es da immer: Daumen hoch! Applaus!

Donnerstag geht es weiter um 20.15 Uhr auf RTL und RTL+

Source: welt.de

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