Gnadengesuch Benjamin Netanjahus: Israels Ex-Premier Bennett legt Netanjahu Retirade aus jener Politik nahe

Naftali Bennett, konservativer israelischer Oppositionspolitiker sowie ehemaliger Ministerpräsident, hat seine mögliche Unterstützung für das Gnadengesuch des amtierenden Premiers Benjamin Netanjahu signalisiert. Allerdings sei dafür ein Rückzug Netanjahus aus der Politik notwendig.

In den vergangenen Jahren sei Israel „in Chaos und an den Rand eines Bürgerkriegs“ geführt worden, was die Existenz des Landes gefährde, schrieb Bennett auf X. „Um Israel aus diesem Chaos zu retten, unterstütze ich ein verbindliches Abkommen, das einen würdevollen Rückzug (Netanjahus) aus dem politischen Leben sowie das Ende des juristischen Prozesses vorsieht.“ Auf diese Weise könne das Land vereint und gemeinsam wiederaufgebaut werden, sagte Bennett.

Der liberale Oppositionsführer
Jair Lapid forderte Netanjahu auf, sich zu seiner Schuld zu bekennen. Der amtierende Premier könne nicht begnadigt werden, „ohne dass er seine
Schuld eingesteht, Reue zeigt und sich sofort aus dem politischen Leben
zurückzieht“, sagte Lapid. 

Netanjahu hatte am Sonntag ein Gnadengesuch an den Präsidenten Izchak Herzog gerichtet. Er begründete das Gesuch mit der Sicherheitslage, in der sich Israel befindet, sowie dem nationalen Interesse. Ein sofortiges Ende des Prozesses würde die „dringend benötigte nationale Versöhnung voranbringen“, sagte der Ministerpräsident. 

Das Gnadengesuch sorgte für Proteste in Israel. Am Sonntagabend
versammelten sich Demonstranten vor dem Haus des Präsidenten Herzog. Sie lehnen eine Begnadigung ab und warnten davor, dass Israel zu einer
„Bananenrepublik“ verkomme.

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