Gil Ofarim erklärt sich für jedes „freigesprochen“, Ariel fliegt raus – jener heulende Hubert geht steil

Tag 15 im Dschungel: Simone Ballack entlockt Gil doch noch, was er in „der Sache“ denkt – und stellt Deutschland damit noch einmal die Gilchenfrage: „Nun sag, wie hast Du‘s mit dem Ofarim?“ Dann folgt der Showdown.

Fangen wir an diesem Tag, der für die verbliebenen Dauercamper den Einzug ins Halbfinale bedeutete, mit dem an, was den sonst so treffsicheren Gagschreibern „beim RTL“ völlig misslang: Die Olympia -Eröffnung! Mailand ist eben nicht Madrid, wie Andy-Heul-doch-Möller schon wusste, eine ähnliche Koryphäe auf dem Gebiet der Geographie wie unsere glorreichen Sechs am Lagerfeuer. Finale Schatztruhenfrage: „Wo leben Eisbären?“ A) Arktis, B) Antarktis?“ Grübel, grübel, grübel…. Bauer Patrick: „Auf jeden Fall am Nordpol.“ Alle: „Stimmt, also B): Antarktis!“ Tja.

Bleiben wir lieber direkt in Australien, in dem ausgerechnet an diesem 15. Tag „das Skeleton Girl Ariel“ erstmals NICHT „mit dem Gil Schlitten fährt“. Keine Attacke, nirgends. Gut für die Nerven (und Ohren), schlecht für Ariel. Die Quittung, um einmal gleich humorlos vorzupreschen: Ariel ist raus! „Aus, Aus, Aus, das Spiel ist aus – Deutschland ist…“, werden um 22:31 Uhr sehr, sehr, sehr viele Zuschauer in echter Herbert-Zimmermann-Ekstase gejubelt haben. Die Ariel-Ultras dagegen, einmal aus der Schockstarre erwacht, werden sich trotzig die falschen Wimpern zupfen und eisern darauf bestehen, dass das Camp 2026 ohne ihre Kreischgöttin abgrundtief öde gewesen wäre – und nun eigentlich nur weiter schaubar, um Ariel-„Freundin“ Samira die Daumen zu drücken.

Lesen Sie auch

Wie dem auch sei: Siebter Platz also. Ehrenwert, aber sicher nicht das, was die ehrgeizige Schweizerin, Miss Missgunst und Queen of Sendezeit 2026 von sich erwartete. Für die Nachricht gab es von Bauer Patrick und „Lügner“ Gil – in einem der authentischsten Momente – kein Wort des Bedauerns, keinen Handschlag, keine Umarmung. Hubert als einziger der verbliebenen Männer, ob aus purer Erleichterung oder geistiger Umnachtung, herzte Ariel: „Mein geiles Zuckerschnäuzchen!“ Wie er darauf kam, bleibt wohl auf ewig sein Geheimnis.

Ein völlig neues Spiel: Simone Ballack, für ihre Lästerperformance am Tag zuvor mit einem Denkzettel-„Vielleicht“ angezählt, brachte die Lage mit ihrer ersten Reaktion auf den Punkt: „Ist ja krass. Jetzt wird das Finale ganz anders aufgestellt.“ Nichts wird es mit dem lang erwarteten finalen Showdown zwischen Ariel und Gil (und einem lachenden Dritten) am Tümpel, stattdessen nur ein simples „Ciao“. Ariel selbst war sprachlos („Ich stehe unter Schock!“). Und war so enttäuscht, dass sie selbst beim ersten Statement fünf Minuten später, zugeschaltet aus der Dschungeltelefonkabine in die (Grusel)„Stunde danach“, glatt vergaß zu erwähnen, wie „gemein“ und „unmöglich“ es sei, dass sie, die „immer ehrlich“ war, nun gehen müsse, während „dieser Verbrecher Gil“ noch immer da unten hocken dürfe. Kein kehliges „Ich check es nicht!“, keine tödlichen Blicke. Sprachlosigkeit bei ihr, bei ihrer Tante, die sie begleitete. Ein Ariel in Normalform hätte so eine Gelegenheit zur Selbstdarstellung niemals liegen lassen.

Müssen wir uns Sorgen um Ariel machen? Äh… Nein!

Das Heulen des Hubsi: Mann des Tages und neuer Topfavorit neben Gil Ofarim ist Hubert. Ich erwähne hier nur am Rande, dass meine Kollegin Nicola Erdmann und ich Hubert Fella, wie wir ihn damals noch distanziert nannten, bereits bei der Kandidatenvorstellung zum Geheimfavoriten gekürt hatten. Damals konnte aber niemand ahnen, dass wirklich NIEMAND außer „Hubsi“, der frrrrrränkische Dauerknuddler, so etwas wie Herzenswärme ins Camp bringen würde. Die gute Seele des Camps, einziger Mann, der noch mehr als nur diplomatische Beziehungen zum Team Frauen hat, außerdem „unsere Schlafpolizei“ (Samira) und ein Mann, der in diesen knapp zwei Wochen, wie er selbst sagt, mehr geheult hat als in den vergangenen zwanzig Jahren. „Ein Franke außer Rand und Pfand“, wie es Jan Köppen bei der Dschungelprüfung formulierte, in der Hubert durch ein Labyrinth voller Pfandflaschen und allerlei Getier kriechen musste, um Sterne zu finden, die sich auf einigen der Flaschen befanden. Zwei von sechs Sternen. Nicht doll, aber auch kein Grund zum Heulen Nicht mal für Hubsi..

Die Gilchenfrage: Sonja Zietlow brachte es auf dem Punkt: „Simone Ballack hat in sieben Minuten mit etwas Fingerspitzengefühl mehr aus Gil heraus bekommen als Ariel in zwei Wochen mit dem Holzhammer.“ Das Dilemma aber bleibt, weil kaum einer vor dem Fernseher noch weiß, was und wem er glauben soll. Weil die Lage tatsächlich komplex ist, die Fakten nicht so eindeutig wie die meisten zu wissen glauben – und komplexe Sachverhalte, dann auch noch juristisch verklausuliert, eigentlich nichts sind für eine Unterhaltungsshow „beim RTL“.

Kurz gesagt: Es kommt also zur Aussprache zwischen Gil und Simone, die ja Gils Ex-Frau kennt und mehr über ihn zu wissen scheint als ihm lieb sein kann. Es wurde eine Klarstellung oder Reinwaschung oder Tatsachenumkehr, je nachdem, wie man das bewerten will, „vom RTL“ sanft ironisch unterlegt mit einem mittelalterlichen Männerchoral. Was er Simone nun sagte, war, wenn man das Camp aufmerksam verfolgt hatte, nicht wirklich verwunderlich; eher, dass Ofarim überhaupt etwas sagte, nachdem klar war, dass er das Dschungelcamp nicht für einen Gang nach Canossa nutzen wollte. Dass Ofarim bis heute – ohne es auszusprechen – auf seiner eigenen Version des Vorfalls besteht und es lediglich bereut, damals das Video auf Instagram zu posten, hatte er ja schon durchblicken lassen.

Wie schon vor ein paar Tagen, als er auf einen Artikel im „Stern“ vom März 2025 verwies, in welchem, wer das nachlas, deutlich gemacht wurde, dass etwa das Originalvideo aus dem Hotel nicht auffindbar war und einige Sekunden des Originals offenbar fehlten. Dass es widersprüchliche Zeugenaussagen gab, wie der „Stern“ schrieb. In dem Text wurde deutlich, was nun auch im Dschungelcamp immer klarer wird: Ofarim versucht den Spagat, nicht an dem Gerichtsdeal zu rütteln – und ihn dennoch unglaubwürdig zu machen. Schon früher hatte Ofarim angedeutet, er habe den Deal nur unterschrieben, weil er das Gegenteil nicht beweisen konnte und eine Verurteilung wegen falscher Verdächtigung, Verleumdung, Betrug, versuchter Betrug und Falschaussage an Eides statt daher sehr wahrscheinlich war. Zudem hätte er nicht die finanziellen Mittel für den Prozess und die eventuellen Folgen gehabt. Daher habe er sich auf den Deal eingelassen, verlas die heute berühmten vier Sätze: „Die Vorwürfe treffen zu. Ich möchte mich entschuldigen. Es tut mir leid. Ich habe das Video gelöscht.“ Die Anklage wurde fallen gelassen. Ofarim musste 10.000 Euro spenden und soll dem Hotelmitarbeiter Schmerzensgeld zahlen, wozu er aber erst jetzt durch die Teilnahme in der Lage sein soll.

So weit, so eigentlich viel zu kompliziert und nicht auflösbar für eine Reality-Show mit täglichem Voting im deutschen Fernsehen.

„Habe ich etwas falsch gemacht hier drin? War ich irgendwie arrogant, war ich eingebildet oder seltsam“, beginnt Ofarim sein Gespräch mit Simone Ballack, die antwortet: „Nein, aber das wäre aber auch sehr unklug.“ Gil: „17 Tage sich verstellen, das geht doch gar nicht. Der Zuschauer lässt sich nicht verarschen.“

Lesen Sie auch

Irgendwann kommt das Gespräch dann zum Vorfall in Leipzig – und Gil fängt (warum?) an, über das zu reden, was ihm angeblich doch verboten ist. Legt „seine Version“ dar, die nicht die ist, die „ganz Deutschland“ erwartete. Es sei nachgewiesen worden, dass drei Sekunden von den Kameraaufnahmen im Hotel fehlten, es seien außerdem nicht die Originalaufnahmen, sondern nur Kopien, die dem Gerichtsforensiker vorgelegen hätten. Es solle zudem einen Augenzeugen geben, den er nicht kenne, der aber in der Schlange vor der Rezeption gestanden habe und den Davidstern um Ofarims Hals gesehen habe. Abschließend behauptet er. „Ich bin nicht vorbestraft. Und ich bin freigesprochen worden.“ Ersteres stimmt, zweiteres ist falsch. Das Verfahren wurde lediglich eingestellt, nachdem er die vier Sätze verlesen und sich entschuldigt hatte. Jan Köppen: „Eins ist sicher: Das wird die meistgeklickte Szene auf RTL+.“

Prominent ignoriert: 1. die wieder einmal schrecklich schmalzigen Feldpost aus der Heimat (oder dem Hotel ums Eck).

2. Hardy Krügers Auszug, der von seiner Alice (Krüger) mit einem Heiratsantrag überrascht wurde, obwohl beide angeblich ja bereits 2018 im schönen Seefeld in Tirol geheiratet hatten (?). Der Antrag erfolgte ausgerechnet an dem Strand, an dem auch Marc Terenzi „seiner“ Verena Kerth einen Antrag gemacht hatte. Ergebnis: eine Beziehung, für die das Wort „toxisch“ erfunden wurde. Passenderweise verlor Hardy Krüger beim Gang ins Meer sofort den Ring wieder. Es gebe die Heiratsidee schon lange, der Ring sei nur immer etwas groß gewesen, hatte die „Braut“ gesagt. Nach zwei Wochen Dschungeldiät ist er futsch.

3. Patricks Verteidigungsrede des modernen Mannes, die in der fast unfallfrei vorgetragenen Lebensweisheit mündete: „Frauen wollen nicht stereotypisiert werden, Männer aber auch nicht!“. Patrick, auch an Tag 15 wieder: Guter Mann!

4. Gils Achtsamkeits-Geschwafel.

5. Ariels Suche nach dem perfekten Kerl, die in einer Typologie des perfekten Bauern für Ariel endete. Fachmann Patrick schwankte zwischen einem Acker- und Obstbauern. Ariel: „Also, er muss schon sexy sein. Am besten tätowiert. Und dann pflücke ich (!) Karotten in einen Korb, gehe in den Pool oder in die Sauna. Ich möchte auf dem Bauernhof schon relaxen…“

Gar nicht zu ignorieren: Der „Move“ des Tages. Schachzug klingt zu berechnend, es ist Hubert. Der bekniete, natürlich unter Tränen („Bitte!, Bitte! Bitte!“) die Macher „beim RTL“, Simone Ballack doch ihr Amulett zurückzugeben, welches sie an ihren verunglückten Sohn Emilio erinnere. Samira hatte Hubert mehrfach genüsslich „Ich finde das super, super schade; ich finde das super, super traurig…“ aufs Brot geschmiert, wie egoistisch er und Hardy sich am Vortag verhalten hätten, als sie ihre Ohrenstöpsel als einzige beiden noch erlaubten Luxusgegenstände im Camp behalten hätten. Doch nicht mit „Hubsi“, der diese Schmach nicht mit seinem „Seelenfrieden“ vereinbaren konnte. Er verzichtete im Tausch auf seine Ohropax – und wurde erhört. Samira: „Was für ein süßer Herzensmensch!“ Die Zuschauer vor dem Fernseher: „So sieht ein Sieger aus, schalalalalala.“

Wer ins Finale kommt: Gil, Hubert und Simone, die sich nach ihrem Lästertief wieder etwas berappelt hat. Samira scheint, auch wenn sie rein äußerlich viel dagegen getan hat, einfach zu flach. Patrick hätte es verdient, aber drei Typen im Finale: Niemals

Die besten Sprüche: Simone: „Das Gefährlichste am Dschungel sind nicht die Tiere, das sind die Menschen!“ Gil: „Amen!“

„Was ist das Krasseste, was ich mit Ariel im Dschungel geteilt habe? Ich hatte ihre Schambehaarung auf dem Teller!“ (Samira, nachdem Ariel ihr beichtete, dass sie den Spülbottich für eine Intimrasur genutzt hatte.)

„Es steigt weißer Rauch auf über dem Dschungel auf: Hubimus Papam“ (Jan Köppen über den erwachten Vielschläfer Hubert)

„Schmeißen wir alle 15 Gehirnzellen zusammen – das wird schon was!“ (Samira vor der abschließenden Schatztruhenfrage: „Wo leben Eisbären?“

Gil zum nach der Prüfung verdreckten Hubert: „Würde es Dir etwas ausmachen, wenn ich mit Dir duschen gehe?“ Simone: „Das sind Sätze, die so auch nur im Dschungelcamp fallen können.“

Heute geht es weiter mit dem Halbfinale um 20.15 Uhr beim RTL oder RTL+

Source: welt.de

DschungelcampDschungelcamp (Ich bin ein Star holt mich hier raus)Gil (Sohn)Hardy (Schauspieler/geb.1968)KrOfarimReality-FernsehenRTLSonjaügerZietlow