Der FC Barcelona wurde zunächst von Atlético Madrid zerlegt, dann von der spanischen Presse. Auch Trainer Hansi Flick bleibt nach der Demütigung im Pokal nicht verschont.
Hansi Flick suchte nach der denkwürdigen Klatsche für den FC Barcelona erst gar nicht nach Ausreden oder Entschuldigungen. Die spanische Presse kannte nach der 0:4-Niederlage im Halbfinal-Hinspiel bei Atlético Madrid und dem drohenden Aus für den Titelverteidiger im Pokalwettbewerb Copa del Rey auch keine Gnade.
Von einem „Barça, das nicht wiederzuerkennen war“, schrieb „Mundo deportivo“. „Die Mannschaft von Hansi Flick zeigte eine katastrophale erste Halbzeit gegen Atlético Madrid, und nur ein Wunder kann sie noch ins Pokalfinale bringen“, hieß es bei „Sport“. Der FC Barcelona sei „vernichtend geschlagen worden“, befand „El País“.
Nach 45 Minuten plus Nachspielzeit hatten die Madrilenen bereits mit 4:0 geführt. Eine Demütigung der Gäste, die unter anderem ohne Pedri und Rafinha auskommen mussten und durch ein Eigentor von Eric nach nur sechs Minuten in Rückstand gerieten. Sein Rückpass war Torwart Joan García, der Nationalspieler Marc-André ter Stegen aus dem Barça-Tor verdrängt hatte, kurz vor der Linie unter dem Fuß durchgerutscht – eine Slapstick-Einlage. Barcelona musste zudem auch noch eine Rote Karte gegen Eric kurz vor Schluss und reichlich Ärger über eine Entscheidung des Videoschiedsrichters verkraften.
Der FC Barcelona braucht nun ein kleines Fußball-Wunder
Dass es lange dauerte, bis der VAR den Treffer aus der 52. Minute von Pau Cubarsi aberkannte, bezeichnete Flick Berichten zufolge als Katastrophe. „Für mich ist es verrückt, solange zu brauchen, um eine solche Situation zu klären. Sieben Minuten, bitte!“, betonte der 60 Jahre alte Deutsche, der aber auch einräumen musste: „Wir haben nicht gut gespielt.“
Deutlicher wurde Sportdirektor Deco. „Sie waren viel besser als wir, aggressiver und intensiver“, sagte er mit Blick auf die Mannschaft des argentinischen Trainer-Zampanos Diego Simeone.
Flick wurde für eine Personalentscheidung hart gerügt. „Ein gigantischer Fehler“, befand die Sportzeitung „As“. Der Deutsche hatte Marc Casado von Beginn an gebracht. Kurz nach dem 3:0 für Atlético (36.) nahm er den mit Gelb verwarnten 22-Jährigen wieder vom Platz und brachte dafür den ehemaligen Bundesliga-Torjäger Robert Lewandowski.
Im vergangenen Jahr hatte sich der FC Barcelona auf dem Weg zum Double noch gegen Atlético in zwei hart umkämpften Spielen knapp durchgesetzt und am Ende im Finale gegen Real Madrid triumphiert. Dass sie nun ein kleines Fußball-Wunder brauchen, wissen die Katalanen selbst nur zu gut. „Barça hat gezeigt, dass es im Camp Nou spektakuläre Comebacks gegeben hat. Es wird schwierig, aber wir werden versuchen zu gewinnen“, sagte Deco.
pk/dpa
Source: welt.de