Seit Sonntag überziehen die Anhänger des getöteten Kartellchefs „El Mencho“ weite Teile Mexikos mit Gewalt. Cecilia Farfán-Méndez ist Expertin für organisierte Kriminalität in dem Land. Sie erkennt eine Strategie im Handeln der Regierung und sieht Parallelen zu früheren Schlägen gegen Drogenbosse.
DIE ZEIT: Sie halten sich gerade in Mexiko auf. Wie ist die Lage im Land nach dem Tod von Drogenboss „El Mencho“ und den Vergeltungsaktionen seines Kartells Jalisco Nueva Generación (CJNG)?
Cecilia Farfán-Méndez: Momentan herrscht Unsicherheit: Wird die Gewalt eskalieren oder wird der mexikanische Staat sie eindämmen können? Zur Unsicherheit beigetragen haben auch viele Falschinformationen und KI-Bilder in sozialen Netzwerken. Es gab viele Straßenblockaden, bei denen Fahrzeuge in Brand gesetzt wurden. Ich bin für ein Forschungsprojekt in Tijuana, hier haben einige Geschäfte vorsichtshalber geschlossen, für den Fall, dass es zu Ausschreitungen kommt. Die Menschen in Mexiko wissen, dass diese Konfrontationen zwischen kriminellen Gruppen und dem Staat zu mehr Gewalt führen können.