Geteiltes Eigentum c/o Immobilien: Was wirklich hinterm Geschäftsmodell von „MYNE“ steckt

„MYNE“ ist ein Start-up für geteiltes Immobilien-Eigentum.
xia yuan/Getty Images; Collage: Business Insider/Jörn Baumgarten

Urlaube im Sommer folgen oft einem Muster. Erst Sonne, Erholung und Meer. Dann, spätestens bei Abreise, formt sich das Verlangen, dieses Gefühl zu konservieren – oder es zumindest öfter zu fühlen. Da setzt seit einiger Zeit ein Markt an, der aus dem Wunsch ein Geschäft macht: eine Ferienimmobilien kaufen, auch wenn man es sich auf den ersten Blick gar nicht leisten kann.

Dieses Angebot begegnete Urlaubern in diesem Sommer unter anderem in einem empfänglichen Moment: auf dem Rückflug. In den Bordmagazinen von mehreren Fluggesellschaften fanden sich Anzeigen von Unternehmen, die sich das Miteigentum zum Geschäft gemacht haben. In Eurowings-Flügen konnten Reisende zum Beispiel vom dänischen „21-5“ lesen – aber auch von dem deutschen Start-up „MYNE Homes“.

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Das Unternehmen hat es sich zur Aufgabe gemacht, immer mehr Menschen „ihren Traum von der eigenen Ferienimmobilie zu erfüllen“. Die Gründer setzen dabei auf ein Modell, das in den USA schon weit verbreitet ist: das sogenannte „Managed Co-Ownership“. Heißt: Mehrere Käufer erwerben Anteile an einer Immobilie, können diese anteilig nutzen und treten alle organisatorischen Prozesse wie Instandhaltung, Vermietung und Abrechnung an eine professionelle Verwaltung ab.

„MYNE Homes“ wirbt mit Schlagwörtern wie „Rund-um-Sorglos-Service“, „Traum-Urlaubsimmobilien“ und „ganzjährige flexible Nutzung“. Auf der Internetseite des Start-ups kommen 24 Kunden zudem kaum aus dem Schwärmen heraus. Vor allem der Service wird in den Bewertungen, die ohne Klarnamen und Foto veröffentlicht sind, immer wieder in den Vordergrund gestellt. So schreibt zum Beispiel Julian S., der einen Anteil an einer Immobilie auf Mallorca erworben haben will, von einer „sorgenfreien Urlaubszeit durch MYNE-Service“.

Was hinter dem Geschäftsmodell von „MYNE“ steckt

Eine WELT-Recherche hat allerdings ergeben, dass längst nicht jeder Kunde derart zufrieden mit dem Service des Start-ups ist. Die Gespräche mit Eigentümern werfen Fragen über die Versprechen und die Kostentransparenz auf. Wie funktioniert das „MYNE“-Geschäftsmodell also wirklich?

Um sich der Frage zu nähern, lohnt es sich, das Unternehmen mal genau unter die Lupe zu nehmen. „MYNE“ ist 2021 von Nikolaus Thomale und Fabian Löhmer gegründet worden. Thomale ist Jurist, Löhmer ist Betriebswirt. Schon vor der „MYNE“-Gründung sammelten die Männer jeweils Start-up-Erfahrung.

Source: businessinsider.de