Mehr als 70 Prozent der Deutschen haben noch nie in ihre elektronische Patientenakte (ePA) geschaut, wissen also nicht, welche Daten dort gespeichert sind, haben nichts ergänzt oder gestrichen. Das hat jetzt eine repräsentative Umfrage des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV) ergeben. Es deckt sich mit dem, was Krankenkassen und Hausärzte berichten. Die Techniker Krankenkasse etwa hat im vergangenen Jahr für 11,5 Millionen Versicherte Akten angelegt, doch nur 900.000 nutzen sie bislang aktiv.
„In ihrer aktuellen Form ist die ePA nur eingeschränkt praxistauglich“, kritisiert Markus Beier, Bundesvorsitzender des Deutschen Hausärztinnen- und Hausärzteverbands, in den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Bislang sei das vor allem „eine unsortierte PDF-Sammlung, mit der Praxen im Alltag nur wenig anfangen können“. „Mehr als ernüchternd“ sei das, meint auch Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, gegenüber der ZEIT, „vor allem angesichts von 20 Jahren Vorbereitungszeit und zig Milliarden Euro Entwicklungskosten“.