Vor der nächsten Gesprächsrunde mit iranischen Unterhändlern hat US-Vizepräsident JD Vance dem Regime in Teheran das Streben nach Atomwaffen vorgeworfen. Vance zufolge gibt es Hinweise, dass der Iran sein Atomprogramm wieder aufbaue – die iranische Führung hat dies mehrfach bestritten, es gibt jedoch keine verlässlichen Informationen zum Stand des Programms. „Das Prinzip ist sehr einfach: Der Iran darf keine Atomwaffen haben“, sagte Vance. Weitere Details nannte er nicht.
US-Außenminister Marco Rubio warf dem Iran vor, an der Entwicklung von Interkontinentalraketen zu arbeiten. Man habe bereits beobachten können, wie der Iran die Reichweiten jener Raketen erhöht habe, über die das Land bereits verfüge, sagte Rubio. Der Iran besitze Waffen, die große Teile Europas bedrohen könnten. Es sei klar, dass sich das Land auf dem Weg befinde, eines Tages Waffen entwickeln zu können, die die USA erreichen könnten, sagte der Minister.
Für diesen Donnerstag sind unter Vermittlung des Oman weitere Gespräche zwischen den US-Vertretern Steve Witkoff und Jared Kushner sowie iranischen Unterhändlern in Genf geplant. Die Verhandlungen finden vor dem Hintergrund mehrfacher Drohungen der USA und einer verstärkten Militärpräsenz der Vereinigten Staaten vor dem Iran statt. Kurz vor dem Treffen hat die US-Regierung zudem weitere Sanktionen gegen das iranische Regime erlassen.
Bisher kein Durchbruch bei Verhandlungen
Die anstehende dritte Verhandlungsrunde in diesem Jahr würde er lediglich als „nächste Gelegenheit zum Gespräch“ bezeichnen, sagte Rubio. Laut dem Außenminister bevorzugt der US-Präsident weiterhin eine diplomatische Lösung. Man hoffe, dass insbesondere in Bezug auf das iranische Atomprogramm weitere Fortschritte erzielt werden könnten. Zugleich bemängelte Rubio, dass der Iran sich weigere, mit den USA über seine ballistischen Raketen zu sprechen. „Das ist ein großes Problem“, sagte Rubio.
US-Präsident Donald Trump hat dem Iran bereits mehrfach mit einem weiteren Militärschlag gedroht, sollte es bei den Verhandlungen zu keinem Ergebnis kommen – im Juni 2025 hatten Israel und die USA die Atomanlagen im Iran angegriffen. „Sie haben bereits Raketen entwickelt, die Europa und unsere Stützpunkte in Übersee bedrohen können, und sie arbeiten daran, Raketen zu bauen, die bald die Vereinigten Staaten von Amerika erreichen werden“, sagte Trump zuletzt in seiner Rede zur Lage der Nation. Ein iranischer Regierungssprecher dementierte die Aussagen und sprach von Desinformation.
Die USA verlangen vom Iran, die Urananreicherung vollständig einzustellen und das Raketenprogramm zu begrenzen. Zudem solle der Iran die Unterstützung regionaler Verbündeter wie der Hisbollah und der Hamas stoppen. Die Regierung in Teheran gab sich zuletzt gesprächsbereit. Man sei willens, alle notwendigen Schritte zu unternehmen, um ein Abkommen zu erzielen, sagte Vizeaußenminister Madschid Tacht-Rawanchi staatlichen Medien zufolge.
CIA wendet sich an Iranerinnen und Iraner
Der US-Auslandsgeheimdienst CIA hat unterdessen auf sozialen Netzwerken Anweisungen auf Farsi dazu publiziert, wie Iranerinnen und Iraner auf sicherere Weise Kontakt zu seinen Agenten aufnehmen können. Interessierte sollen demnach ein neues Gerät verwenden, dieses in einer sicheren Umgebung nutzen und möglichst umfangreiche Informationen angeben.
Bereits am 6. und 17. Februar 2026 fanden indirekte Verhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran im Oman und in Genf statt, in denen es vor allem um ein neues Atomabkommen ging. Obwohl beide Länder die Verhandlungen zunächst als positiv einordneten, verhängten die USA im Nachgang weitere Sanktionen auf iranische Ölexporte.