Geldregen zu Gunsten von Aktionäre: Die Deutsche Bank hat 2025 prächtig verdient

Die Deutsche Bank hat im zurückliegenden Jahr deutlich mehr verdient. Das Ergebnis vor Steuern erhöhte sich um 84 Prozent auf 9,7 Milliarden Euro. Auf die Aktionäre des Instituts entfallen 6,1 Milliarden Euro – mehr als doppelt so viel wie ein Jahr zuvor. Die Erträge legten um sieben Prozent auf 32,1 Milliarden zu.

Mit dem Zahlenwerk für das vergangene Geschäftsjahr hat Deutschlands größte Geschäftsbank die Erwartungen der Analysten erfüllt. Diese hatten im Schnitt mit Erträgen von 32 Milliarden Euro und einem Vorsteuerergebnis von 9,6 Milliarden Euro gerechnet.

Stark fiel auch das Schlussquartal aus. Zwischen September und Dezember vervielfachte die Bank ihr Vorsteuerergebnis auf über zwei Milliarden Euro, 1,3 Milliarden Euro davon entfielen auf die Aktionäre. Die Erträge konnten im Schlussquartal ebenfalls um sieben Prozent gesteigert werden und erreichten 7,7 Milliarden Euro.

Chef Sewing sagt, Ergebnisse belegen Stärke

Entsprechend zufrieden äußerte sich der Vorstandsvorsitzende Christian Sewing: „Die Rekordergebnisse im Jahr 2025 belegen die Stärke unserer Strategie als Globale Hausbank und den Mehrwert, den wir für unsere Kunden schaffen.“

Was für Sewing und seinen ausscheidenden Finanzchef James von Moltke wahrscheinlich aber noch wichtiger ist: Die selbst gesteckten Finanzziele für 2025 wurden erreicht. So gelang es der Deutschen Bank endlich, den Makel abzuschütteln, wenig ertragreich zu sein. Die Nachsteuerrendite auf das durchschnittliche materielle Eigenkapital (RoTE) verbesserte sich auf 10,3 Prozent und entsprach dem Ziel von mehr als zehn Prozent. Im Vorjahr lag diese Kennziffer bei 4,7 Prozent. Lässt man Aufwendungen für bestimmte Rechtsstreitigkeiten außen vor, betrug sie 7,1 Prozent.

Auch hat die Deutsche Bank an Effizienz gewonnen. Die Relation von Aufwand und Ertrag verbesserte sich auf 64 Prozent und entwickelte sich somit im Einklang mit dem Ziel der Bank für 2025 von unter 65 Prozent. Im Vorjahr lag die Relation bei 76 Prozent, oder 71 Prozent ohne Berücksichtigung der erwähnten Aufwendungen für bestimmte Rechtsstreitigkeiten. Eine Aufwand-Ertrag-Relation von 64 Prozent heißt, dass die Bank 64 Cent aufwenden musste, um einen Euro Ertrag zu erzielen.

Die Aktionäre sollen davon profitieren, kündigte die Bank an. So soll die im Frühjahr fällige Dividende für das Geschäftsjahr 2025 von 0,68 Euro im Vorjahr auf einen Euro steigen, was einer Gesamtausschüttung von 1,9 Milliarden Euro entspricht. Zudem habe die Bank die üblichen aufsichtsrechtlichen Genehmigungen für weitere Aktienrückkäufe im Volumen von einer Milliarde Euro mit Bezug auf 2025 erhalten. Das entspreche dem Ziel, die Hälfte des Gewinns an die Aktionäre auszuschütten. Auch für das zweite Halbjahr des laufenden Jahres stellte die Deutsche Bank weitere Kapitalausschüttungen in Aussicht.

„Lasst uns 2026 mit derselben Energie angehen, die uns 2025 so erfolgreich gemacht hat: mit Mut, Zusammenhalt und dem festen Willen, für unsere Kunden da zu sein und dadurch als Bank weiter zu wachsen“, schreibt Sewing den Mitarbeitern der Bank.

Sewing äußert sich zur Razzia vom Mittwoch

Erst am Mittwoch hatten Beamte des Bundeskriminalamts im Auftrag der Staatsanwaltschaft Frankfurt die Zentrale der Deutschen Bank wegen des Verdachts auf Geldwäsche untersucht. Laut Finanzkreisen geht es um Altfälle aus den Jahren 2013 bis 2018 und konkreter um Geschäfte des russischen Oligarchen Roman Abramowitsch, der seit 2022 von der EU sanktioniert ist. Christian Sewing, dessen Vertrag im vergangenen Jahr bis 2029 verlängert wurde, gehört dem Vorstand seit 2015 an und ist seit 2018 dessen Vorsitzender.

„Wir wissen, wo wir hin wollen, und von diesem Weg werden wir uns nicht abbringen lassen. Daran ändert auch die gestrige Maßnahme der Staatsanwaltschaft Frankfurt nichts“. Mit diesen Worten ging Sewing im Brief an die Mitarbeiter auf die Aktion der Behörden ein.  „Natürlich werden wir vollumfänglich mit den Behörden zusammenarbeiten, um die Transaktionen aus der Vergangenheit aufzuarbeiten. Aber ansonsten schauen wir konsequent nach vorn“, ergänzte er.

Source: faz.net