Gazastreifen: Israels Armee meldet Fund voriger toter Hamas-Geisel

Die israelische Armee hat die sterblichen Überreste der letzten in Gaza verbliebenen Geisel geborgen. „Es befinden sich offiziell keine Geiseln mehr in Gaza in Gefangenschaft“, teilte das Militär mit. Der 24-jährige Ran Gvili war demnach Mitglied einer Eliteeinheit der
israelischen Polizei und beim Terrorangriff der Hamas und ihrer
islamistischen Verbündeten auf Israel am 7. Oktober 2023 getötet worden.

Die Familie Gvilis hatte an die
israelische Regierung appelliert, erst in die zweite Phase der
Waffenruhe einzutreten, wenn sich auch die Leiche ihres Sohnes wieder in
Israel befindet. Die Rückgabe aller bei dem Terrorangriff verschleppten Geiseln, sowohl
der lebenden als auch der getöteten, war Bestandteil der am 10. Oktober
in Kraft getretenen Waffenruhe zwischen Israel und der islamistischen Terrororganisation Hamas.

Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu
bezeichnete die abgeschlossene Rückholung aller lebenden und
verstorbenen Geiseln als „außergewöhnliche Leistung für den Staat
Israel“. „Wir haben sie alle zurückgebracht, bis auf den
letzten Gefangenen“, sagte er.

Neue Phase der Friedensverhandlungen

Damit ist eine zentrale Bedingung erfüllt, um in die nächste Phase des
von US-Präsident Donald Trump vorangetriebenen Gaza-Friedensplans überzugehen. Zuletzt hatte der Sondergesandte Trumps für den Gazastreifen, Steve Witkoff, angekündigt, ‍dass eine palästinensische Übergangsregierung aus
​ Technokraten in Gaza eingesetzt werden solle
. Diese solle ‌den Prozess der Entwaffnung militanter Gruppen inklusive der Hamas sowie den Wiederaufbau im Gazastreifen beginnen. Die Hamas hat der Entwaffnung nicht zugestimmt. Überwacht werden soll die Arbeit von einem „Friedensrat“.

Israel hatte zuletzt mitgeteilt, dass es den Grenzübergang Rafah im Süden des Gebietes erst nach Abschluss der Suchaktion nach der letzten Geiselleiche wieder öffnen wolle. Der Grenzübergang zwischen dem Gazastreifen und Ägypten ist seit
fast einem Jahr geschlossen. Der kürzlich ernannte Vorsitzende der Übergangsverwaltung für den
Gazastreifen, Ali Schaath, hatte am vergangenen Donnerstag eine Öffnung
des Grenzübergangs in beide Richtungen angekündigt.

Seit dem 10. Oktober gilt im Gazastreifen eine
fragile Waffenruhe zwischen der Hamas und Israel. Beide Seiten werfen
einander jedoch immer wieder Verstöße gegen die Vereinbarung vor.

Alle aktuellen Entwicklungen finden Sie in unserem Liveblog.

ÄgyptenAliArbeitAuslandBenjaminDonaldFriedensverhandlungenGeiselnHamasIsraelMilitärNetanjahuPolizeiRafahRegierungSteveTrumpUSWiederaufbauWitkoff