Israels Premierminister Benjamin Netanjahu hat das Militär angewiesen, „intensive Angriffe“ auf den Gazastreifen durchzuführen. Das teilte die israelische Regierung nach Sicherheitskonsultationen mit. Augenzeugen und Nachrichtenagenturen berichten, dass die israelische Luftwaffe mehrere Ziele im Bereich der Stadt Gaza attackiert hat. Auch in der Stadt Deir al-Balah soll es einen Angriff gegeben haben. Der von der Hamas kontrollierte Zivilschutz teilte mit, dass zwei Zivilisten getötet worden seien. Israel hat die Angriffe bisher nicht offiziell bestätigt.
Die Terroristen der Hamas im Gazastreifen und Israel werfen sich gegenseitig vor, die von den USA vermittelte Waffenruhe gebrochen zu haben. Israelische Medien berichteten, dass bewaffnete Palästinenser in Rafah im Süden des Gazastreifens israelische Soldaten angegriffen hätten, unter
anderem mit einer Panzerfaust. Auch ein Scharfschütze sei an dem Angriff
beteiligt gewesen. Nach Angaben palästinensischer Augenzeugen kam es
anschließend zu Artilleriebeschuss mehrerer Gebiete im Bereich von
Rafah.
JD Vance hält Waffenruhe für intakt
Eine israelische Regierungssprecherin sagte, bezüglich der „Konsequenzen für die Hamas“ sei „derzeit nichts ausgeschlossen“. All dies geschehe jedoch „in enger Abstimmung“ mit US-Präsident Donald Trump „und seinem Team“. Trotz der israelischen Luftangriffe sprach US-Vizepräsident JD Vance davon, dass die Waffenruhe noch intakt sei. Das heiße jedoch nicht, „dass es nicht hier und da zu kleineren Scharmützeln kommen wird“, sagte er. Man wisse, dass „die Hamas oder jemand anderes in Gaza“ einen israelischen Soldaten attackiert habe. Man erwarte, dass die Israelis darauf antworten würden. Aber er gehe davon aus, dass „der Frieden des Präsidenten“ trotzdem halten werde, fügte er in Anspielung auf das von Donald Trump vermittelte Abkommen hinzu.
Israels Verteidigungsminister Israel Katz sagte, dass die Hamas einen „hohen Preis“ zahlen werde für den Angriff auf israelische Soldaten in Gaza und für die Verletzung des Abkommens über die Rückgabe der getöteten Geiseln. Mit dem Angriff habe die Hamas eine „rote Linie“ überschritten. Die Hamas bestritt, für einen Angriff auf israelische Soldaten in Rafah verantwortlich zu sein, und teilte mit, zu der Waffenruhe zu stehen. Die Hamas kündigte außerdem an, dass eine für Dienstag geplante Übergabe von sterblichen Überresten einer Leiche verschoben werde, weil Israel gegen die Waffenruhe verstoßen habe.
Israel wirft Hamas Verzögerung der Übergabe von Geiselleichen vor
Israel wirft der Hamas vor, die im Rahmen des
US-Friedensplans vereinbarte Übergabe von insgesamt 28 Leichen von
Geiseln absichtlich herauszuzögern. Laut der Vereinbarung hätte die Hamas bereits vor mehr als zwei Wochen alle Leichen übergeben müssen.
Die Terrororganisation hat jedoch 13 Leichen bis jetzt nicht
übermittelt. Sie beruft sich auf Schwierigkeiten bei der Suche und
Bergung angesichts der weitreichenden Zerstörungen im Gazastreifen.
Die israelische Armee veröffentlichte ein Video,
das zeigen soll, wie Hamas-Mitglieder eine Leiche aus einem Gebäude
holen, sie dann in der Erde vergraben und anschließend Repräsentanten
des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) herbeirufen für die
„Bergung“.
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