Gauly Advisors: Kampfansage welcher Kommunikationsberater

Es ist der nächste Konzentrationsschritt am Markt der Kommunikationsberatung: Das Frankfurter Unternehmen Gauly Advisors schlüpft unter das Dach des französischen Kommunikationskonzerns Havas und strebt damit eine stärkere Internationalisierung seines Geschäfts an. Wie beide Unternehmen am Donnerstag mitteilte, kaufen die Franzosen einen nicht näher definierten Mehrheitsanteil an Gauly. Auch der Kaufpreis wird nicht genannt. Die bisherigen sechs Managing Partner bleiben als Minderheitseigner an Bord. Künftig werden die Kommunikationsexperten unter dem Namen H-Advisors Gauly firmieren. Die rund 60 Gauly-Berater werden damit Teil eines rund 1500 Berater umfassenden Netzwerkes in 20 Ländern.

Die Eingliederung in den börsennotierten Konzern sei „der nächste natürliche Schritt in der Unternehmensgeschichte“, kommentierte Alexander Cordes stellvertretend für die Partner. Man bleibe aber ein inhabergeführtes Beratungsunternehmen, erhalte nun jedoch Zugang zu Strukturen mit globaler Reichweite.

Thomas Gauly, Gründer von Gauly Advisors.Wolfgang Eilmes

Der Schritt kann auch als Reaktion auf die Entwicklung der Branche gesehen werden. Gauly wurde 2012 von Namensgeber Thomas Gauly gegründet, einem früheren ZDF-Journalisten und Kommunikatoren in der Pharmabranche. Das junge Unternehmen eroberte in der Folge seinen Platz in der deutschen Branche durch strategische Mandate für Politiker, Manager und Kommunikatoren. Gauly, zu dessen hervorragendem Netzwerk auch einflussreiche Personen in der Union zählten, beriet den heutigen Bundeskanzler Friedrich Merz bei seinem kurzfristigen politischen Comeback vor einigen Jahren.

Weitere internationale Anbieter in Deutschland stark vertreten

Zuletzt stagnierten die Umsätze allerdings im niedrigen zweistelligen Millionenbereich. Im Frühjahr 2024 erfolgte mit dem Rückzug des damals 64 Jahre alten Firmengründers ein großer Einschnitt, auch wenn Gauly mit einem Minderheitsanteil beteiligt blieb. In Deutschland baute der einstige Wettbewerber Hering Schuppener seine Position in den vergangenen Jahren deutlich aus, indem das Unternehmen durch mehrere Fusionen zum international präsenten FGS-Global-Konzern wurde.

Vorstandschef Alexander Geiser rückte zuletzt als Mitorganisator der Initiative „Made for Germany“ sogar öffentlichkeitswirksam in die erste Reihe. Im vergangenen August erwarb zudem das Private-Equity-Haus KKR einen Mehrheitsanteil an FGS. Mit Brunswick ist ein weiterer internationaler Anbieter in Deutschland stark vertreten, zudem versucht der US-Wettbewerber Teneo stärker Fuß zu fassen und sorgte zuletzt mit der Ankündigung für Aufsehen, den ehemaligen Bundesfinanzminister und FDP-Chef Christian Lindner als Senior Berater engagiert zu haben.

Yannick Bolloré, der Vorstandschef des börsennotierten Havas-Konzerns, ordnete den Einstieg bei Gauly wohl auch deshalb mit der entsprechenden Botschaft an die Konkurrenz ein: „Ihr Beitritt stärkt unser Bestreben, eine globale Beratungsfirma aufzubauen“. Beide Unternehmen arbeiten in der Vergangenheit schon zusammen. Neben Gauly gehört in Deutschland auch schon Deekling Arndt zum Havas-Netzwerk.

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