Nach Einschätzung von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche sind die relativ niedrigen Füllstände in deutschen Gasspeichern kein Grund zur Beunruhigung. Man beobachte die Lage täglich, sagte die CDU-Politikerin am Rande einer Saudi-Arabien-Reise. „Sorgen sind nicht angebracht.“
Die Versorgung sei abgesichert durch Möglichkeiten zum Import von Flüssiggas, sagte Reiche. Sie sei überzeugt, dass das Land gut durch den Winter komme.
In den deutschen Gasspeichern ist momentan deutlich weniger Erdgas als in den Vorjahren. Der Füllstand lag Ende Januar nur noch bei 35 Prozent.
Der Präsident der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, hat sich für eine strategische Gasreserve ausgesprochen. In Deutschland sorgten Händler und Gasversorger für eine ausreichende Versorgung von Industrie und Haushalten, sagte er in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur dpa. Auch weiterhin sollte eine Verantwortung in privater Hand bleiben. „Aber es kann eben externe Schocks geben.“
Um darauf schnell genug reagieren zu können, brauche es eine Absicherung. „Bisher sind das die Füllstandsvorgaben.“ Sie hätten sich aber als ein eher sperriges Instrument erwiesen, was den Markt verzerre. Eine strategische Reserve könnte daher eine mögliche Antwort sein.
Eine Ende März 2027 auslaufende Verordnung schreibt in Deutschland vor, dass die meisten Speicher am 1. November zu mindestens 80 Prozent und am 1. Februar zu mindestens 30 Prozent gefüllt sein müssen. Dies wird voraussichtlich erreicht. Laut Bundeswirtschaftsministerium sollen die bestehenden Füllstandsvorgaben weiterentwickelt werden. Im Koalitionsvertrag von Union und SPD heißt es zu dem Thema: „Wir werden geeignete Instrumente auf den Weg bringen, um eine versorgungssichere und kostengünstigere Befüllung der Gasspeicher sicherzustellen.“