Merlin Polzin reagierte enttäuscht und selbstkritisch auf die erste Heimniederlage nach etwas mehr als vier Monaten. „Es fühlt sich beschissen an, gerade wenn man weit weg von unserem Limit war. Deshalb geht es am Mittwoch nur darum, ein anderes Gesicht zu zeigen“, sagte der Coach nach dem verdient zustande gekommenen 1:2 (1:1) gegen Champions-League-Kandidat RB Leipzig und vor der Partie gegen den nächsten Top-Club in der Fußball-Bundesliga.
Am Mittwoch (20.30 Uhr) empfangen die Hamburger Champions-League-Teilnehmer Bayer 04 Leverkusen zum Nachholspiel im Volksparkstadion. Es warte wieder eine Mannschaft auf den HSV „die uns alles abverlangen will“, sagte er.
Die Pleite gegen Leipzig muss also schnell abgehakt werden. „Ich bin nicht zufrieden mit meiner Leistung, mit der Leistung von uns als Trainerteam“, sagte der 35-Jährige. „Wir müssen an unser Limit kommen“, bilanzierte er. Vor allem in der zweiten Halbzeit waren die Norddeutschen viel zu harmlos und in einigen Belangen unterlegen.
Heuer Fernandes: „Leider nicht an unser Maximum herangekommen“
„Wir sind heute leider nicht an unser Maximum herangekommen“, sagte Torwart Daniel Heuer Fernandes, der auch dank seines gehaltenen Elfmeters gegen Leipzigs auffälligen Romulo bester HSV-Profi auf dem Platz war. „Es war schon deutlich, dass wir nicht so in unsere Abläufe gekommen sind wie in den letzten Wochen“, berichtete der Schlussmann.
Die Norddeutschen scheinen den Schwung des starken Jahresauftakts etwas zu verlieren. Es war die erste Niederlage in der Rückrunde und die erste Heimpleite seit Ende Oktober. Zum Verdruss vieler HSV-Fans punkteten auch einige Konkurrenten der Hanseaten am Wochenende, darunter Stadtrivale St. Pauli, der 1:0 bei der in dieser Saison so starken TSG Hoffenheim siegte. Der HSV steht als Elfter nur noch vier Punkte vor dem Relegationsrang.
Polzin wollte nicht auf andere Clubs schauen: „Wir können uns nur darauf verlassen, was wir tagtäglich besser machen müssen, um erfolgreich zu sein. Wir wollen den HSV in der Liga etablieren, aber wir wollen nicht darauf schauen, was andere machen“, sagte der Coach.
Remberg: „Die Niederlage ist frustrierend“
Die nächste Herausforderung hat es in sich gegen Leverkusen. Aber auch am Samstag (15.30 Uhr/Sky) wartet als Höhepunkt der knackigen Sechs-Tage-Trilogie Abstiegskampfkonkurrent VfL Wolfsburg auf die Hanseaten.
„Die Niederlage ist frustrierend, weil wir einige Dinge hätten besser machen müssen. Das einzig Gute ist, dass wir das Spiel relativ schnell abhaken können, weil es in drei Tagen bereits weitergeht“, sagte Mittelfeldspieler Nicolai Remberg.
Gegen Bayer 04, die schon eine Woche später den englischen Tabellenführer FC Arsenal zum Achtelfinale der Champions-League empfangen, fehlt den Hamburgern Leistungsträger Miro Muheim wegen seiner fünften Gelben Karte. Der gegen Leipzig früh verletzt ausgewechselte Abwehrspieler Nicolas Capaldo wird wohl ausfallen. Eine MRT-Untersuchung soll dem Club weitere Klarheit zu der Verletzung bringen.
Source: welt.de