Frust übrig Nato-Partner: Trump soll vor Rutte stundenlange Schimpftirade abgelassen nach sich ziehen

Frust über Nato-PartnerTrump soll vor Rutte stundenlange Schimpftirade abgelassen haben

10.04.2026, 14:02 Uhr

US-Präsident Donald Trump bat in Europa mehrfach vergeblich um Hilfe für den Krieg gegen Iran. (Foto: REUTERS)

Zwischen Donald Trump und vor allem vielen europäischen Staaten herrscht Krisenstimmung. Und das nicht erst seit dem Iran-Krieg. Dass mehrere Nato-Partner den Vereinigten Staaten die Unterstützung für Angriffe auf das Land verweigern, bringt das Fass wohl fast zum Überlaufen.

US-Präsident Donald Trump ist bei seinem Treffen mit Nato-Chef Mark Rutte anscheinend mehrfach ausfällig geworden. „Politico“ schreibt von einer „stundenlangen Schimpftirade hinter verschlossenen Türen“. Der Hauptgrund: Frust, weil mehrere Partner den USA die Nutzung von Militärstützpunkten für Angriffe auf Iran verweigert hatten. Die Spekulationen über einen Nato-Austritt der Vereinigten Staaten hatten deswegen bereits zugenommen.

Drei Insider berichteten dem Magazin jedoch, dass Trump in dem Gespräch nicht angedeutet habe, dass die USA ihre Verpflichtungen gegenüber der Nato aufgrund der Entscheidungen reduzieren würden. Auch habe er keine spezifischen Forderungen gestellt. Dennoch soll sich der US-Präsident von seinen Partnern verraten gefühlt haben. Er sei in dem Gespräch mit Rutte immer wieder auf dem Thema herumgeritten.

Der Nato-Chef selbst hatte nicht von Schimpftiraden berichtet, sondern sich sehr diplomatisch ausgedrückt. Bei CNN sprach Rutte von einer „sehr offenen Diskussion zwischen zwei Freunden“. Es sei klar, dass Trump „eindeutig enttäuscht“ sei über das transatlantische Bündnis und mehrere Partnerstaaten. Der Niederländer gibt sich seit Monaten Mühe, die USA in der Nato und Trump bei Laune zu halten. Rutte schreckt dabei auch nicht vor Schmeicheleien gegenüber dem US-Präsidenten zurück, was ihm immer wieder deutliche Kritik einbringt.

Auseinandersetzungen wegen Grönland

Das Verhältnis zwischen Europa und den USA hatte sich bereits vor dem Iran-Krieg massiv verschlechtert. Grund sind die Übernahmefantasien Trumps in Bezug auf Grönland. Die größte Insel der Welt ist Teil Dänemarks. Sowohl Kopenhagen als auch Grönlands Regierung lehnen eine Übernahme durch die USA ab. Anfang des Jahres standen die Zeichen wegen des Agierens der Trump-Regierung sogar auf einen militärischen Konflikt.

Auch nach dem Treffen mit Rutte machte Trump Grönland wieder zum Thema. Auf Truth Social schrieb er in Anspielung auf die Tatsache, dass die Europäer sich nicht zugunsten der USA von der Insel zurückziehen wollen: „Die Nato war nicht da, als wir sie brauchten, und sie wird auch nicht da sein, wenn wir sie wieder brauchen. Denkt an Grönland, dieses riesige, schlecht verwaltete Stück Eis!!!“

Quelle: ntv.de, rog

Source: n-tv.de