Freigabe von Hormus erzwingen: Bericht: Emirate sind fertig z. Hd. Einstieg in den Iran-Krieg

Öffnung von Hormus erzwingenBericht: Emirate sind bereit für Einstieg in den Iran-Krieg

01.04.2026, 10:59 Uhr

Die Straße von Hormus hat große Bedeutung für die Weltwirtschaft. (Foto: -/The Visible Earth/NASA/dpa)

Trotz der verstärkten Angriffe des Iran auf ihr Gebiet haben sich die Golfstaaten bisher aus dem von Israel und den USA begonnenen Krieg herausgehalten. Doch diese Haltung scheint sich laut einem Bericht nun zu ändern.

Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) bereiten sich einem Medienbericht zufolge darauf vor, den USA und ihren Verbündeten bei der gewaltsamen Öffnung der Straße von Hormus zu helfen. Das berichtet das „Wall Street Journal“ (WSJ) unter Berufung auf arabische Beamte. Damit wären die Emirate das erste Land am Persischen Golf, das zu einer Kriegspartei wird. Den offiziellen Angaben zufolge wollen die VAE sich für eine Resolution im UN-Sicherheitsrats einsetzen, die ein solches Vorgehen autorisieren würde. Diplomaten des Landes haben die USA und Militärmächte in Europa und Asien dringend aufgefordert, eine Koalition zu bilden, um die Straße von Hormus notfalls mit Gewalt zu öffnen. Falls die Resolution scheitern würde, wären die VAE bereit, sich an den Bemühungen zur Befreiung der Straße von Hormus zu beteiligen, heißt es in dem Bericht weiter. 

Zudem würden Saudi-Arabien und andere Golfstaaten sich nun gegen das iranische Regime wenden. Laut arabischer Vertreter werde befürwortet, den Krieg fortzusetzen, bis das Mullah-Regime geschwächt oder gestürzt ist. Bislang haben sie jedoch noch keinen Militäreinsatz angekündigt. Bahrain, ein enger Verbündeter der USA und Standort der 5. US-Flotte, unterstützt die UN-Resolution, über die voraussichtlich am Donnerstag abgestimmt wird. Der neu gewonnene, selbstbewusstere Kurs der VAE stelle einen grundlegenden Wandel ihrer strategischen Ausrichtung dar, sagen Beamte eines Golfstaates laut Zeitung.

Ein Vertreter der VAE erklärte, das Land habe seine Möglichkeiten zur Unterstützung der Sicherung der Meerenge überprüft, einschließlich der Bemühungen, die Meerenge von Minen zu räumen und weitere Unterstützungsleistungen zu erbringen. Der Golfstaat habe außerdem den arabischen Beamten zufolge empfohlen, die USA sollten Inseln in der strategischen Wasserstraße besetzen, darunter Abu Musa. Die Insel im Persischen Golf wird seit einem halben Jahrhundert vom Iran gehalten und von den Vereinigten Arabischen Emiraten beansprucht.

Das emiratische Außenministerium erklärte, es herrsche „breiter globaler Konsens darüber, dass die Freiheit der Schifffahrt in der Straße von Hormus erhalten bleiben muss“. Das iranische Regime glaube, es kämpfe ums Überleben und sei bereit, die Weltwirtschaft mit in den Abgrund zu reißen, indem es die Straße von Hormus abriegele, wird ein VAE-Vertreter zitiert.

Trump: Nicht unser Problem

Damit würde sich der Golfstaat der Forderung von US-Präsident Donald Trump anschließen, dass die Verbündeten der USA mehr Verantwortung im Iran-Krieg übernehmen sollen, insbesondere bei der Öffnung der Straße von Hormus. Trump sagte jüngst im Weißen Haus: Die USA hätten mit dem Problem – eine Folge des amerikanisch-israelischen Kriegs gegen den Iran – „nichts zu tun“.

Die mögliche Beteiligung der VAE an der Befreiung der Straße von Hormus birgt dem Bericht des WSJ zufolge jedoch Risiken. Sie könnte die Grundlage für Spannungen schaffen, die über das Kriegsende hinaus anhalten. Nachdem die Angriffe wochenlang auf niedrigem Niveau stattgefunden hatten, haben die iranischen Raketen- und Drohnenangriffe auf die Emirate in den vergangenen Tagen stark zugenommen.

Allein am Dienstag seien fast 50 ballistische Raketen, Marschflugkörper und Drohnen abgefeuert worden. Teheran warnte, es werde die lebenswichtige zivile Infrastruktur jedes Golfstaates zerstören, der eine Operation zur Eroberung seines Territoriums unterstütze, und nannte dabei laut Bericht ausdrücklich die VAE.

Position geändert

Der Iran hat mehr Raketen und Drohnen auf die Vereinigten Arabischen Emirate abgefeuert als auf jedes andere Land, einschließlich Israel – fast 2500 bisher, bilanziert das WSJ. Dennoch haben die Emirate, wie die übrige Golfregion, lange versucht, sich nicht als Kriegspartei zu definieren.

Offizielle Vertreter der Golfstaaten erklärten nun, die Position des Landes habe sich geändert. Vor Kriegsbeginn am 28. Februar habe die VAE den Iran als schwierigen Nachbarn mit nachvollziehbaren politischen Positionen betrachtet, so einer der Beamten. Doch der Kriegsausbruch habe ein vollkommen anderes Regime offenbart, das mit Angriffen auf Hotels und Flughäfen Panik verbreiten wolle.

Quelle: ntv.de, gut

Source: n-tv.de