Fortschritte zwischen Verhandlungen: JD Vance: Angriff gen den Iran würde keinen langfristigen Krieg drücken

Fortschritte bei VerhandlungenJD Vance: Angriff auf den Iran würde keinen langfristigen Krieg auslösen

27.02.2026, 07:06 Uhr

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JD Vance hat einst selbst im Krieg gedient. (Foto: AP Photo/Tom Brenner)

Bei den Verhandlungen der USA und des Iran zu einem Atomprogramm in dem Krisenstaat gibt es erste Fortschritte. Dennoch kommen Gerüchte zu einem möglichen US-Schlag gegen das Land auf. JD Vance bezieht dazu Stellung.

US-Vizepräsident JD Vance hat Sorgen vor möglichen Konsequenzen eines US-Angriffs auf den Iran zurückgewiesen. Es bestehe „keine Chance“, dass ein solcher Schlag gegen Teheran die USA „jahrelang in einen Krieg im Nahen Osten“ verwickeln würde, „ohne dass ein Ende in Sicht ist“, sagte Vance in einem Interview mit der „Washington Post“. US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt einen solchen Schritt in Erwägung gezogen.

Alle würden die „diplomatische Option“ bevorzugen, betonte der US-Vizepräsident, der als US-Marinesoldat im Irakkrieg gedient hat. „Aber es hängt wirklich davon ab, was die Iraner tun und was sie sagen“, sagte er.

Am Donnerstag hatten die USA und der Iran die jüngste Runde indirekter Gespräche in Genf abgeschlossen. Sowohl die iranische Seite als auch der Vermittler Oman berichteten übereinstimmend von Fortschritten. Irans Außenminister Abbas Araghtschi sagte im iranischen Staatsfernsehen, es sei „sehr ernsthaft über die Elemente eines Abkommens“ zur Atomfrage und den gegen den Iran verhängten Sanktionen gesprochen worden.

In der vergangenen Nacht erklärte Araghtschi im Onlinedienst X, die jüngste Gesprächsrunde sei „die bisher intensivste“ gewesen. „Sie endete mit dem gemeinsamen Verständnis, dass wir uns weiterhin in detaillierterer Weise über Fragen austauschen werden, die für jede Vereinbarung wesentlich sind, einschließlich der Aufhebung von Sanktionen und atombezogener Schritte“, fügte er hinzu.

IAEA wird in Gespräche einbezogen

Die Gespräche sollen dem Oman zufolge in der kommenden Woche in Wien auf Experten-Ebene fortgesetzt werden. Laut Araghtschi sollen die Expertengespräche am Montag stattfinden. Daran sollen nach seinen Angaben auch Fachleute der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) teilnehmen, die in Wien ihren Sitz hat.

Trump droht Teheran mit einem Militäreinsatz, sollte es bis Anfang März nicht zu einer Einigung kommen. Während Teheran die Gespräche thematisch auf das iranische Atomprogramm und die gegen den Iran verhängten Sanktionen beschränken will, verlangt Washington die inhaltliche Einbeziehung des iranischen Raketenprogramms. Darüber hinaus geht es der US-Regierung auch um die Unterstützung Teherans für militante Gruppen im Nahen Osten wie die Hamas und die Hisbollah.

Um den Druck auf den Iran zu erhöhen, hatten die USA in den vergangenen Wochen ihre Militärpräsenz in der Region extrem verstärkt und Flugzeugträger sowie Kriegsschiffe an den Golf verlegt.

Die westlichen Staaten werfen dem Iran seit Langem vor, den Bau der Atombombe anzustreben. Teheran streitet dies ab und pocht auf sein Recht, den Atomsektor für zivile Zwecke auszubauen. Das internationale Abkommen von 2015 zur Begrenzung des iranischen Atomprogramms hatte Trump 2018 während seiner ersten Amtszeit einseitig aufgekündigt, weil er es für nicht robust und umfassend genug hielt. Danach ließ er massive Sanktionen gegen den Iran wieder in Kraft setzen.

Quelle: ntv.de, mpa/AFP

Source: n-tv.de