Tim Quigley ist Hobbypilot. Zusammen mit einem Freund besitzt er ein kleines Flugzeug. Doch nächste Woche wird er die geliebte Maschine verkaufen. „Das ist ein harter Schritt“, sagt er. Und er meint nicht nur den Flugzeugverkauf. Tim Quigley plant noch einen ungleich größeren Schritt: Er will seine Heimat, die USA, verlassen.
Quigley ist ein angesehener Wirtschaftswissenschaftler, er lehrt Management an der Universität von Georgia in Athens, ist international vernetzt und Mitherausgeber des Strategic Management Journal, einer wichtigen Zeitschrift seines Fachgebiets. Er sagt: „Ich bin ein 53-jähriger weißer Mann mit einer ordentlichen Professur.“ Einer wie er habe unter Donald Trump nichts zu befürchten. „Aber vielleicht bald meine Frau, meine zehnjährige Tochter oder die schwarzen Studenten, die ich kenne.“ Es quäle ihn mitanzusehen, wie Studierende mit anderer Hautfarbe ihre Studienfächer ändern, um keine Probleme zu bekommen. Wie ausländische Unikollegen keine internationalen Konferenzen besuchen, weil sie sonst riskierten, nicht mehr in die USA einreisen zu können. Er erzählt von einem Freund, der ein PhD-Programm unterstützte, das unterrepräsentierte Bevölkerungsgruppen sichtbar machen wollte – und derart heftig bedroht wurde, dass er seine Stadt verlassen musste. „Ich will nicht, dass meine Tochter in einem Land aufwächst, in dem die Mächtigen feiern, dass schwächere Menschen in Angst leben.“