Käme Deutschland mit einer Flüchtlingswelle aus dem Iran zurecht? Nein, sagt eine große Mehrheit der Deutschen. Nur die Anhänger einer Partei sehen es mehrheitlich anders.
Angesichts der Eskalation im Irankrieg nimmt die Debatte über mögliche Flüchtlingsbewegungen aus der Region zu. In einer Forsa-Umfrage im Auftrag von stern und RTL glaubt mit 73 Prozent eine klare Mehrheit der Deutschen, dass ihr Land mit der Aufnahme weiterer iranischer Flüchtlinge nicht gut zurechtkommen würde.
Dabei sind Anhänger der CDU/CSU mit 80 Prozent überwiegend dieser Meinung, unter den Wählern der AfD sind es sogar 98 Prozent. Aber auch bei Anhängern der SPD (63 Prozent) und der Linken überwiegt die Skepsis. Allein Unterstützer der Grünen sehen mehrheitlich in dieser Frage keine größeren Probleme auf Deutschland zukommen.
Forsa hatte im November 2022 eine ähnliche Umfrage erstellt, damals ging es um die Aufnahme weiterer Menschen aus der Ukraine. Die Hälfte der Deutschen wie auch Anhänger von CDU/CSU und der SPD gab damals an, dass wir mit einer größeren Zahl von Flüchtlingen gut zurechtkommen – nur die AfD-Wähler gingen zu 89 Prozent davon aus, dass es größere Probleme geben werde.
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Hintergrund der Debatte über einen Anstieg der Flüchtlingszahlen aus dem Iran sind die zunehmenden Bombardierungen des Landes sowie die wachsende Repression durch das iranische Regime und die Revolutionsgarden. Experten sind sich uneinig in ihren Prognosen, ob es wirklich zu einer größeren Fluchtwelle aus dem Land kommen wird – und ob diese Deutschland erreichen würde.
Die längste Grenze teilt sich der Iran mit dem Irak, doch wichtiger für eine Flucht Richtung Europa ist die Grenze zur Türkei im Norden. Dort hat die türkische Regierung bereits einen über 140 Kilometer langen Zaun aufstellen lassen, um Fluchtbewegungen einzuschränken. In Deutschland lebt mit 319.000 Menschen die größte iranische Exil-Gemeinschaft in Europa, 128.000 Menschen mit iranischem Migrationshintergrund haben einen deutschen Pass.
Iranische Staatsangehörige arbeiten in Deutschland häufiger auf Fachkräfte-Niveau und überdurchschnittlich häufig im Gesundheitswesen, 68 Prozent der Iraner, die in Deutschland leben, haben Abitur, zehn Prozent besitzen keinen Schulabschluss. An den Unis lag der Iran im Wintersemester 2023/2024 an Platz vier der Studierenden aus Nicht-EU-Ländern, hinter Indien, China und der Türkei.
Die genaue Frage lautete: „Würde Deutschland mit der Aufnahme iranischer Flüchtlinge gut zurechtkommen?“
Das Meinungsforschungsinstitut Forsa befragte 1000 Deutsche für die repräsentative Erhebung für den stern und den Sender RTL am 19. Und 20. März 2026. Die mögliche Fehlerquote liebt bei plus/minus drei Prozentpunkten.
stern
Source: stern.de