Die staatliche Förderbank KfW will Investitionen in Deutschland schneller und unbürokratischer unterstützen. Die Förderung von Wohngebäuden werde auf zwei Basisprogramme verschlankt, kündigte das Institut am Mittwoch in Frankfurt an. Künftig soll es statt sechs Programmen nur noch eines für den Neubau sowie eines für die Modernisierung des Bestands geben. So hatten es Union und SPD auch im Koalitionsvertrag festgelegt. Ziel sei es, die Förderung stärker am Nutzen der Kunden auszurichten. Die neue Systematik soll ab dem Jahr 2027 greifen. Bis dahin können nach Angaben der Bank die bisherigen Förderprogramme weiter genutzt werden.
Der Bund hatte im vergangenen Jahr den Bau und Kauf von mehr als 64.500 Wohnungen oder Häusern gefördert. Angesichts der herausfordernden Lage der Baubranche sei das eine gute Bilanz, hieß es am Mittwoch aus dem Bauministerium. „Branchenumfragen zeigen, dass die Eiszeit nun vorbei ist und Tauwetter eingesetzt hat“, erklärte Baustaatssekretär Sören Bartol. „Wir verzeichnen seit mehreren Monaten steigende Baugenehmigungszahlen, die Stimmung der Bauwirtschaft ist wieder optimistischer, die Investitionen steigen.“
98 Milliarden Euro Fördergelder ausgegeben
Die meisten Wohnungen – knapp 37.000 – wurden im Programm „Klimafreundlicher Neubau“ gefördert. Investoren, Genossenschaften, Unternehmen und Privatpersonen können darüber für den Bau von klimafreundlichen und energieeffizienten Gebäuden zinsverbilligte Kredite bekommen. Für Kommunen gibt es Zuschüsse. Die Zinskonditionen waren im September nachgebessert worden. Außerdem wurden fast 14.000 Wohnungen mit dem erst Mitte Dezember wieder eingeführten Effizienzhaus-55-Programm gebaut, über das verbilligte Kredite für Gebäude mit einem bestimmten Effizienzhausstandard sowie einem hohen Anteil erneuerbarer Energie zu erhalten sind. Nur wenig nachgefragt wurden hingegen das Programm „Jung kauft Alt“, das Familien mit Kindern beim Kauf eines sanierungsbedürftigen Hauses unterstützt (knapp 700 Zusagen), sowie ein Programm, das Privatleute beim Kauf von Genossenschaftsanteilen unterstützt, wenn sie selbst in die Genossenschaftswohnung einziehen. Hier hat die Bundesregierung in dieser Woche die Förderbedingungen nachgebessert.
Ein Schwerpunkt der KfW für das laufende Jahr ist nach eigenen Angaben die Umsetzung des im Dezember aufgelegten „Deutschlandfonds“. Mit dem Fonds will die Bundesregierung mehr Investitionen von privaten und kommunalen Unternehmen mobilisieren. Privates Kapital soll – staatlich unterstützt – in neue Technologien und Produktionsanlagen, den Ausbau von erneuerbaren Energien, Wärme- und Stromnetzen, die Gewinnung von Rohstoffen sowie Künstliche Intelligenz, Biotechnologie und Verteidigung fließen. Der Bund stellt dafür 30 Milliarden Euro bereit, überwiegend in Form von Garantien. „Ich glaube, dass es uns gemeinsam gelingen muss, ,Made in Germany‘, dieser starken Marke, zu einem Comeback, auch wieder zu neuem Glanz zu verhelfen“, sagte KfW-Chef Stefan Wintels.
Insgesamt reichte die KfW-Bankengruppe im vergangenen Jahr 98 Milliarden Euro an Fördergeldern aus. Am Dienstag war zudem bekannt geworden, dass der Bund über die KfW 25,1 Prozent des Stromnetzbetreibers Tennet Deutschland übernehmen und dafür 3,3 Milliarden Euro auf den Tisch legen wird. Schon heute ist die Förderbank zu 20 Prozent an 50Hertz und zu 24,95 Prozent an TransnetBW beteiligt.