Als ich Maryam Würz im Gazastreifen erreiche, hat sie Todesangst. „Wir sterben jeden Tag, sogar in der Nacht“, sagt sie. Sie bete, den nächsten Tag zu erleben. Jeden Tag.
In jenem Moment, 26 Tage nach dem 7. Oktober 2023, sitzt die 24-jährige Würz mit ihrem zehnjährigen Halbbruder und rund 20 weiteren Menschen in einem Zimmer in Gaza-Stadt. Es fehlt Wasser, es fehlt Essen, und Strom gebe es auch nicht, so erzählt sie es. Der Gazastreifen sei ein Ort, an dem man sich schnell an Krieg gewöhne. Denn es herrscht oft Krieg. Aber so schlimm wie im Herbst 2023 sei es noch nie gewesen.