„Finger bleiben am Abzug“Irans Präsident: Verhandeln nach Libanon-Angriffen „sinnlos“
09.04.2026, 17:10 Uhr
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Zählt der Libanon zur iranisch-amerikanischen Waffenruhe – oder nicht? Israel verneint die Frage und fliegt deshalb kurz nach der Einigung die heftigsten Militärschläge seit Kriegsbeginn. In Teheran zweifelt man deshalb an der Feuerpause.
Nach den jüngsten israelischen Angriffen auf den Libanon mit mehr als 200 Toten hat der iranische Präsident Massud Peseschkian Verhandlungen vor dem Hintergrund der Feuerpause im Iran-Krieg als „sinnlos“ bezeichnet. „Unsere Finger bleiben am Abzug“, erklärte Peseschkian auf X. „Der Iran wird seine libanesischen Brüder und Schwestern niemals im Stich lassen.“
Der iranische Parlamentspräsident hat ebenfalls mit einer entschiedenen Reaktion gedroht. „Verstöße gegen die Waffenruhe haben konkrete Konsequenzen und ziehen STARKE Reaktionen nach sich. Löschen Sie das Feuer sofort“, schrieb Mohammed-Bagher Ghalibaf auf X.
Auch Merz kritisiert Militärschläge
Ghalibaf verwies dabei auch auf Worte von Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif, der die Waffenruhe zwischen den USA, Israel und dem Iran in der Nacht zu Mittwoch ebenfalls verkündet hatte. In seiner Mitteilung war auch explizit die Rede vom Libanon. Pakistan hatte zwischen den Kriegsparteien vermittelt. Am Freitag oder Samstag sollen in Islamabad Friedensverhandlungen beginnen.
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Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hatte verkündet, die Angriffe im Libanon fortführen zu wollen. Bei den Bombardierungen in dem Mittelmeerland wurden seit Mittwoch mehr als 200 Menschen getötet. Die Schiitenorganisation Hisbollah im Libanon ist der wichtigste nichtstaatliche Verbündete der iranischen Führung.
Auch Bundeskanzler Friedrich Merz hat die israelische Kriegsführung im Libanon kritisiert. Man sehe die Lage in der gesamten Region mit großer Besorgnis, sagte der CDU-Politiker – aber mit besonderer Besorgnis die Lage im Süden des Libanon. „Die Härte, mit der Israel dort Krieg führt, könnte den Friedensprozess als Ganzes zum Scheitern bringen. Und das darf nicht geschehen“, betonte Merz. „Deswegen habe ich gestern auch mit weiteren Staats- und Regierungschefs die israelische Regierung gebeten, ihre nochmals verschärften Angriffe zu beenden.“
Source: n-tv.de