Finanzbranche: Frankfurter Banken schreiben mehr wie 5000 Stellen aus

Die Bankenbranche hat im vierten Quartal 2025 deutlich mehr Stellen in Frankfurt ausgeschrieben als im selben Zeitraum des Vorjahres. Und auch deutschlandweit ging es nach oben. Mögliche Gründe dafür könnten der demografische Wandel sowie neue Aufgaben sein, etwa in den Bereichen der künstlichen Intelligenz und der Regulatorik.

Die Zahl der von Banken, Kreditinstituten und Fintechs öffentlich ausgeschriebenen Stellen in Frankfurt belief sich im vierten Quartal auf 5533, verglichen mit 3987 im Schlussquartal 2024. Das zeigt eine Studie des Berliner Personalmarktspezialisten Index Gruppe, die Bloomberg vorliegt.

„Besonders positiv entwickelte sich das Stellenangebot für Bankmitarbeitende in Frankfurt am Main“, sagte auch Index-Chef Jürgen Grenz. Im Quartalsvergleich seien hier immerhin 39 Prozent mehr Arbeitsplätze ausgeschrieben worden, während es deutschlandweit in der Finanzbranche zwar auch nach oben ging, sich das Plus mit 41.657 Stellen aber nur auf fünf Prozent belief.

Berlin, wo viele Fintech-Firmen ansässig sind, belegte den zweiten Platz bei der Anzahl der im Bankensektor ausgeschriebenen Stellen. Hier wurden 2714 freie Jobs angeboten. Auf dem dritten Platz blieb München mit 1921 Stellen. Hamburg und Düsseldorf rundeten die Top-5-Städte ab.

Viele gehen in den nächsten Jahren in Rente

Der demografische Wandel hat die Finanzbranche fest im Griff. Von den rund 195.000 Mitarbeitern der Sparkassen in Deutschland beispielsweise werden in den nächsten zehn Jahren rund 120.000 in Rente gehen, hatte erst vor wenigen Tagen Sparkassen-Präsident Ulrich Reuter im Bloomberg-Interview gesagt.

Bisher können die Sparkassen seinen Worten zufolge die entstehenden Lücken gut über Neueinstellungen abdecken. Doch je spezialisierter eine Aufgabe sei, desto schwieriger werde es, geeignete Kandidaten zu finden.

Derweil fahren viele deutsche Banken ihre KI-Ausgaben hoch. So hat die Helaba beispielsweise zuletzt Millionen investiert und unter anderem KI-Entwickler und Data Scientists eingestellt, wie Philipp Schwaab, KI-Chef der Landesbank, unlängst erklärte.

Während das Stellenangebot im Bankensektor im vierten Quartal zugelegt hat, sank die Anzahl der ausgeschriebenen Stellen über alle Branchen hinweg laut Index-Daten um knapp acht Prozent auf rund 3,38 Millionen.

Die Index Gruppe wertet für ihre Statistiken zum Stellenmarkt 194 Printmedien, 318 Online-Stellenbörsen, das Stellenportal der Bundesagentur für Arbeit sowie die Webseiten zahlreicher Unternehmen aus.

Source: faz.net