Festnahme von Ekrem İmamoğlu: Knapp 200 Menschen nachdem Protesten in dieser Türkei vor Gericht

Einen Monat nach der Festnahme des Istanbuler Bürgermeisters Ekrem İmamoğlu haben in der Türkei Gerichtsverfahren gegen fast 200 Menschen wegen der Proteste zu seiner Unterstützung begonnen. Den 189 Beschuldigten wird die Teilnahme an unerlaubten Demonstrationen vorgeworfen, zwei Gerichte in Istanbul befassen sich mit den Fällen. Zu den Beschuldigten zählen neben vielen Studierenden auch acht Journalisten, darunter ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP.

Einem Teil der Beschuldigten wirf das Gericht zudem Waffenbesitz, die Verschleierung ihres Gesichts sowie Anstiftung zu einer Straftat vor. Mehrere von ihnen hatten in Online-Netzwerken zur Teilnahme an Demonstrationen aufgerufen. Insgesamt ermittelt die Staatsanwaltschaft in Istanbul nach eigenen Angaben gegen 819 Menschen im Zusammenhang mit ihrer Teilnahme an den Protesten.

Größte regierungskritische Proteste seit 2013

Die Demonstrationen gegen İmamoğlu Festnahme und spätere Verhaftung waren die größten gegen die Regierung von Präsident Recep Tayyip Erdoğan seit den sogenannten Gezi-Protesten im Jahr 2013. Die Behörden hatten Proteste in den drei größten türkischen Städten Istanbul, Ankara und Izmir untersagt. Insgesamt wurden seit Beginn mehr als 2.000 Menschen wegen ihrer Teilnahme festgenommen.

İmamoğlu ist einer der bekanntesten türkischen Oppositionspolitiker. Er
war nach seiner Festnahme von der größten Oppositionspartei CHP
offiziell
zum Kandidaten für die Präsidentschaftswahl 2028 gekürt worden.

Mit den Feierlichkeiten zum Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan hatten die Proteste Ende März kurzzeitig deutlich an Zulauf verloren. In den vergangenen zehn Tagen waren aber wieder mehr Menschen auf die Straßen gegangen, vor allem Studierende der Universitäten in Istanbul und Ankara sowie Schüler mehrerer Gymnasien im Land.

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