Eva Mona Rodekirchen spricht in einem Interview offen über die Wechseljahre – und darüber, warum sie 2022 eine Serienpause brauchte.
Seit Jahren gehört Eva Mona Rodekirchen (49) zum festen Ensemble der RTL-Daily „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“. Nun gewährt die Maren-Darstellerin in dem Format „GZSZ-Bargeflüster“ einen ungewöhnlich persönlichen Einblick in eine Phase ihres Lebens, die sie zeitweise an ihre Grenzen brachte: die Wechseljahre. „Die Wechseljahre finden statt – ob wir darüber reden oder nicht. Und sie betreffen jede Frau irgendwann“, stellt Rodekirchen klar.
Einen konkreten Moment, an dem alles anfing, konnte die Schauspielerin nicht ausmachen. Stattdessen beschreibt sie schleichende Veränderungen, die sie zunächst kaum zuordnen konnte: plötzlich auftretende Ängste, Herzrasen, schlaflose Nächte und Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren. Besonders die unerklärlichen Angstzustände setzten ihr zu. „Was mich am meisten gestört hat, war diese Angst, die aufploppte – vor ganz banalen Dingen wie Autofahren oder alleine zu Terminen gehen“, schildert Rodekirchen im Gespräch.
Gedächtnislücken am Set
Auch beruflich machten sich die Symptome bemerkbar. Sogenannter „Brain Fog“ erschwerte ihr den Arbeitsalltag vor der Kamera. „Es ist eine Konzentrationsschwierigkeit, die man auch beim Textlernen merkt“, erklärt die Darstellerin. All das habe eng mit anhaltendem Stress zusammengehangen.
Erst im Rückblick bringt Rodekirchen, die im kommenden Juni ihren 50. Geburtstag feiert, diese schwierige Phase mit ihrer Auszeit von „GZSZ“ in Verbindung. Die Entscheidung für die Pause sei aus vielen Dingen resultiert, „ich glaube da hängen auch die Wechseljahre mit drin“, erklärt sie. Zwischen September 2022 und April 2023 pausierte sie von der RTL-Daily. „Ich war total überfordert mit allem. Ich habe damals gedacht, ich bin fast im Burnout“, gibt sie zu. Morgens sei sie zur Arbeit gekommen, und alle hätten sie genervt – am meisten sie sich selbst. Das komme zwar gelegentlich vor, doch dieser Zustand habe einfach viel zu lange angehalten. Der Entschluss, beruflich kürzer zu treten, sei letztlich notwendig gewesen, um wieder zu sich selbst zu finden.
„Bin viel klarer als vorher“
Heute blickt die Schauspielerin mit Abstand auf diese Monate zurück – und sieht trotz aller Strapazen auch einen Gewinn darin. Nach ihrer Rückkehr ans Set habe sich etwas Grundlegendes verändert. „Ich bin viel klarer als vorher. Ich kann Grenzen setzen, höre mehr auf mich selbst und weiß besser, was mir guttut – und was nicht“, beschreibt Rodekirchen ihre persönliche Entwicklung.
Halt fand die „GZSZ„-Darstellerin vor allem bei ihrem Mann. Deutlich weniger Verständnis erlebte sie hingegen andernorts. Rodekirchen kritisiert, dass betroffene Frauen häufig nicht ernst genommen würden: „Wenn Ärzte oder Partner das abtun mit ‚Stell dich nicht so an‘, finde ich das ganz schlimm.“ Sie habe sich zeitweise sehr allein gefühlt mit dem Thema. „Es gibt so viele Frauen, die so krass darunter leiden. Das nicht ernst zu nehmen, ist so dumm.“
Ihr Appell an andere Frauen
Rodekirchens Botschaft an andere Betroffene ist unmissverständlich: Nicht schweigen, sondern reden – und sich professionelle Unterstützung suchen, sei es durch Ärzte, Hormonspezialisten oder auch Medikamente.
Mit ihrer Offenheit will die Schauspielerin anderen Frauen Mut machen: „Hört nicht auf zu reden, hört nicht auf zuzuhören. Egal wie groß die Angst ist – das Leben geht weiter und wird wieder besser, wenn man sich neu zusammensetzt.“
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Source: stern.de