Europäische Zentralbank: EZB lässt Leitzins zum fünften Mal in Folge unverändert

Der Leitzins im Euroraum bleibt auch im neuen Jahr vorerst unverändert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hält den für Banken und Sparer wichtigen Einlagenzins zum fünften Mal in Folge bei 2,0 Prozent, wie die Notenbank in Frankfurt mitteilte. 

Seit nunmehr fünf Sitzungen in Folge hat der EZB-Rat
die Leitzinsen unverändert gelassen. Bis Juni hatte es eine Serie von
Senkungen gegeben: Noch im Frühjahr 2024 lag der Einlagenzins, den
Banken erhalten, wenn sie Geld bei der Notenbank parken, doppelt so hoch
bei 4,0 Prozent. 

Hintergrund der derzeitigen Zinspause ist, dass sich die Inflation im Euroraum in den vergangenen Monaten nahe des von der EZB gesteckten Zwei-Prozent-Ziels eingependelt hatte, während sich die Wirtschaft als robuster als zeitweilig befürchtet erwies.

Inflationsrate bei 1,7 Prozent

Im Januar ging die Teuerungsrate im Euroraum
weiter zurück und erreichte einer ersten Eurostat-Schätzung zufolge mit
1,7 Prozent den tiefsten Stand seit September 2024
. Auch die Konjunktur in der Eurozone hält sich
trotz des Zollstreits mit den USA robust, sodass es vorerst keinen Druck
für die EZB gibt, die Wirtschaft mit weiteren Zinssenkungen zu stützen. 

Für Handlungsdruck bei der EZB
könnte das Erstarken des Euro sorgen, der jüngst zeitweise die Marke
von 1,20 Dollar übersprang – erstmals seit 2021. Mit der unberechenbaren
Politik von US-Präsident Donald Trump hat das Vertrauen in den Dollar
an den Finanzmärkten gelitten, was den Dollar-Kurs sinken lässt und den Euro
aufwertet
.

Leitzins könnte weiter stabil bleiben

Diese Aufwertung des Euro belastet Europas Exporteure, nicht zuletzt deutsche
Firmen, da ihre Waren auf den Weltmärkten teurer werden. Zugleich
verbilligt der starke Euro Importe, die in Dollar gehandelt werden. Das
dämpft die Inflation, die 2026 das mittelfristige EZB-Ziel von 2,0 Prozent ohnehin leicht unterschreiten könnte. 

Manche Notenbanker, wie das österreichische EZB-Ratsmitglied Martin Kocher, sehen bei einer weiteren Aufwertung des Euros Handlungsdruck für eine Zinssenkung. EZB-Vizepräsident Luis de Guindos hatte einen Euro-Kurs von 1,20 zum Dollar als kritische Marke dargestellt.

Zuletzt sah sich die EZB in einer „komfortablen“ Situation, wie Präsidentin Christine Lagarde wiederholt sagte. Dies gilt als Hinweis, dass die Leitzinsen vorerst stabil
bleiben. Die EZB will zu stark steigende
Preise vermeiden, aber auch dauerhaft sinkende Preise: Rechnen
Verbraucher und Unternehmen mit Nachlässen, könnten sie Anschaffungen
verschieben, was die Wirtschaft bremst.

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