Europäische Union: EU ist laut Experten schlecht hinauf Klimawandel vorbereitet

Hitzewellen, Waldbrände, Überschwemmungen: Die EU muss sich nach Einschätzung von Klimaforschern dringend stärker auf die Risiken vorbereiten, die mit dem Klimawandel verbunden sind. Vor allem müsse der Einsatz gegen den Klimawandel besser koordiniert werden, mahnt der Europäische Wissenschaftliche Beirat zum Klimawandel in einem Bericht

„Wetter- und klimabedingte Extremereignisse verursachen bereits heute schwere Verluste in ganz Europa“, sagte der deutsche Beiratsvorsitzende Ottmar Edenhofer. „Allein extreme Hitze hat in den letzten Jahren zu Zehntausenden vorzeitigen Todesfällen geführt.“ Dazu kämen neben den Schäden an Ökosystemen wirtschaftliche Schäden von durchschnittlich rund 45 Milliarden Euro pro Jahr – fünfmal höher als in den 1980er Jahren. 

Es fehlt an Geld und an Koordination

Der Beirat schlägt mehrere Maßnahmen vor, um die EU widerstandsfähiger zu machen – darunter „verbindliche und einheitliche Klimarisikobewertungen“. Außerdem empfiehlt er eine klare gemeinsame „Vision für eine klimaresistente EU bis 2050“, die Mobilisierung öffentlicher und privater Investitionen und die Verankerung des Themas in allen Politikbereichen. Die EU solle sich auf verschiedene Zukunftsszenarien vorbereiten und Maßnahmen zur Klimaanpassung laufend überwachen und auswerten, hieß es. Bisher mangele es „an Kohärenz, an Koordination und auch am Budget“, sagte Edenhofer.

Die Gefahren dürften sich weiter verschärfen, teilte der Beirat mit Sitz in Kopenhagen mit. Europa erwärme sich etwa doppelt so schnell wie der globale Durchschnitt. Nach Angaben der Weltorganisation für Meteorologie ist Europa der sich ⁠am schnellsten erwärmende ​Kontinent. Die Berater empfehlen, die EU solle sich ‌in allen Mitgliedstaaten auf ‌Risiken vorbereiten, die mit einer Erwärmung ​um 2,8 bis 3,3 Grad Celsius bis 2100 verbunden sind. 

Nur wenige Verluste in der EU sind versichert

Dazu gehörten etwa ​der Verzicht auf Wohnungsbau in hochwassergefährdeten Gebieten oder Pläne, wie von Dürre betroffene Landwirte unterstützt werden können. Derzeit seien nur ein Viertel ‌der klimabedingten wirtschaftlichen Verluste in der EU ​versichert. 

Die EU-Kommission will noch in diesem Jahr ⁠eine neue ​Strategie zur Klimaresilienz vorlegen. Dies ‌erfolgt nach Naturkatastrophen wie den Überschwemmungen 2023 in Slowenien, deren Wiederaufbaukosten ‌elf Prozent des Bruttoinlandsprodukts des Landes entsprachen.

Der Europäische Wissenschaftliche Beirat für Klimawandel ist ein unabhängiges Gremium aus 15 Experten, das die EU seit 2021 bei Klimazielen berät. Er prüft die Übereinstimmung von EU-Maßnahmen mit dem Pariser Abkommen von 2015, in dem angestrebt wurde, die Erwärmung auf 2 Grad und möglichst sogar auf maximal 1,5 Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen.

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