Europäische Außenpolitik: Europa hat seine Angst verloren

Wir leben in einem Danach und in einem Davor, deswegen ist alles so anstrengend und zugleich so aufregend. Die alte Ordnung zerbricht vor unseren Augen, eine neue Ordnung jedoch ist noch kaum erkennbar, wenn es denn überhaupt eine Ordnung wird und nicht bloß fortgesetztes Chaos. 

In dieser Woche schien das Neue immerhin auf; eine mögliche, eine erstrebenswerte EU der Zukunft zeigte sich. In selbst für seine Verhältnisse brutaler Manier hat Donald Trump das Alte zerschmettert. Sein Anspruch auf das Territorium eines anderen Staates hat das Völkerrecht entwertet, seine Drohung mit militärischer Gewalt gegen Verbündete hat die Nato entkernt. Denn das Militärbündnis fußt ja auf zwei Säulen, Waffen und Vertrauen. Vertrauen, dass man im Ernstfall füreinander eintritt. Das glaubt bezogen auf die USA spätestens seit dieser Woche niemand mehr, vor allem kein potenzieller Angreifer. Dass Trump seine Drohungen vorerst rückgängig gemacht hat, ändert nichts mehr daran, dass Artikel 5 des Nato-Vertrages in einen gasförmigen Zustand übergegangen ist.  

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