In normalen Zeiten wäre die Empörung riesig, würde ein US-Präsident öffentlich erklären, dass er Europa wirtschaftlich am Abgrund sieht. „Bestimmte Orte in Europa sind, ehrlich gesagt, inzwischen kaum noch wiederzuerkennen“, sagte Donald Trump vor wenigen Wochen in Davos. Die Öffentlichkeit nahm kaum Notiz davon, weil sich alles beim Weltwirtschaftsforum darum drehte, ob sich die USA Grönland einverleiben oder nicht. Doch zwischen den USA und Europa herrscht schon länger eine neue Rivalität.
Die Weltsicht des Präsidenten – und die großer Teile seiner Anhängerschaft in den USA – ist eindeutig. Sie hegen eine mindestens merkwürdige Skepsis gegenüber den Kontinent auf der anderen Seite des Atlantiks. „Ich liebe Europa“, sagte Trump in seiner Rede, „und ich möchte sehen, dass es Europa gut geht. Aber es geht nicht in die richtige Richtung.“