Die Inflation im Euroraum ist nach Schätzungen des EU-Statistikamts Eurostat im Januar auf 1,7 Prozent zurückgegangen. Das entspricht dem tiefsten Stand seit April 2021. Demnach liegt die Teuerungsrate im Vergleich zum Vorjahresmonat deutlich niedriger als noch im Dezember mit 2,0 Prozent. Eine Teuerungsrate von 2,0 Prozent gilt laut der Europäischen Zentralbank (EZB) als optimal für die Wirtschaft im Währungsraum.
Ein Grund für den im Durchschnitt langsameren Preisanstieg waren den Statistikern zufolge vor allem die sinkenden Energiepreise. Diese lagen 4,1 Prozent niedriger als im Januar des vergangenen Jahres und sanken damit deutlich stärker als noch Ende 2025. Die Preise für Lebensmittel, Alkohol und Tabak stiegen im Vorjahresvergleich um 2,7 Prozent, die Preise für
Dienstleistungen um 3,2 Prozent.
Frankreich hat geringsten Preisanstieg
Im Vergleich weist die Slowakei mit 4,2 Prozent die höchste Inflationsrate auf. Es folgen Kroatien mit 3,6 Prozent sowie Irland und Lettland mit jeweils 2,6 Prozent. Den geringsten Preisanstieg verzeichnet Frankreich mit 0,4 Prozent, gefolgt von Finnland mit 1,0 Prozent und Belgien mit 1,4 Prozent. Für Deutschland gibt Eurostat die Inflation mit 2,1 Prozent an. Damit liegen die EU-Statistiker auf einer Linie mit dem Statistischen Bundesamt, das bereits am vergangenen Freitag eine entsprechende Schätzung für den Januar veröffentlicht hatte.
Über den gesunkenen Preisauftrieb dürfte der EZB-Rat am Donnerstag sprechen, wenn er zugleich über den Leitzins entscheidet. Die Zentralbank hatte den geldpolitischen Schlüsselsatz angesichts nachlassender Inflationsgefahren von Mitte 2024 bis Mitte 2025 in mehreren Schritten auf 2,0 Prozent gesenkt und seither unverändert belassen. Auf der Dezembersitzung verwies EZB-Präsidentin Christine Lagarde auf das „volatile internationale Umfeld“, wodurch die Inflationsaussichten mit größerer Unsicherheit behaftet seien als gewöhnlich.