EU-Handel: Indien und EU einigen sich uff umfassendes Freihandelsabkommen

Die EU ‌und Indien haben sich nach fast zwei Jahrzehnten Verhandlungen auf ein umfassendes Handelsabkommen geeinigt. „Europa und Indien schreiben heute Geschichte“, gab EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen auf der Plattform X bekannt. „Wir haben den Deal aller Deals abgeschlossen“, schrieb sie. Das Abkommen gilt als strategischer Schritt beider ⁠Seiten, um sich
angesichts ​der angespannten Beziehungen zu den USA wirtschaftlich
breiter aufzustellen.

Der indische Ministerpräsident Narendra Modi bezeichnete die ⁠Einigung als „Mutter aller Deals“. Sie eröffne den 1,4
Milliarden Menschen in Indien und der Bevölkerung Europas große Chancen.

„Erst der Anfang“

Das Handelsabkommen ebnet den Weg für die Öffnung des bislang stark abgeschotteten ​indischen Marktes für Unternehmen aus der Europäischen Union, die bereits ‍jetzt der größte Handelspartner des Landes ist. Modi und der Leyen wollen die Details im Laufe des Tages ⁠auf einem Gipfel in Neu-Delhi offiziell vorstellen.

Von der Leyen teilte mit, das Abkommen sei „erst der Anfang“. Sie schrieb: „Wir werden unsere strategische Partnerschaft weiter ausbauen und stärken.“

Zölle sollen deutlich sinken

Nach EU-Angaben sollen fast alle indischen Zölle auf Produkte aus der EU sinken – vor allem aber auf Autos, Wein und Pasta. Die Zölle auf Autos sollen etwa schrittweise von 110 auf zehn Prozent reduziert werden, wie die EU-Kommission mitteilte – die auf Wein von 150 auf 20 Prozent, und die auf Pasta und Schokolade komplett wegfallen.

Auch die deutsche Luft-, Raumfahrt- und Rüstungsindustrie verspricht
sich erhebliches Wachstumspotenzial vom indischen Markt. Dieser sei ein
„wichtiger und dynamischer Zukunftsmarkt“ mit hohen Potenzialen bei
Entwicklung und Fertigung, sagte Christine von Hahn,
Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbands der deutschen Luft- und
Raumfahrtindustrie.

Umgekehrt könnte Indien mehr Stahl, Medikamente und Textilprodukte in die EU liefern. Das Abkommen soll zudem Patenthürden abschaffen.

Erst vor kurzem Mercosur-Abkommen unterzeichnet

Erst Mitte Januar hatte die EU mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay ein Handelsabkommen geschlossen. Nach einer Abstimmung im EU-Parlament soll das Abkommen nun jedoch vom Europäischen Gerichtshof geprüft werden, wodurch sich sein Inkrafttreten voraussichtlich verzögern wird.

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