„Eskalation für alle gefährlich“Merz, Macron und Starmer fordern Iran zum Stopp seiner Angriffe auf
28.02.2026, 15:05 Uhr
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Israel und die USA haben am Morgen Luftangriffe gegen den Iran gestartet. Frankreichs Präsident Macron warnt vor „schwerwiegenden Folgen“ für die internationale Sicherheit. Deutliche Kritik kommt aus Norwegen und Spanien.
Frankreich, Deutschland und Großbritannien haben in einer gemeinsamen Erklärung die jüngsten iranischen Angriffe auf Staaten in der Region scharf verurteilt. Die drei Regierungen fordern Teheran auf, sofort von willkürlichen militärischen Aktionen abzusehen und umgehend zu diplomatischen Gesprächen zurückzukehren, heißt es in der gemeinsamen Erklärung von frankreichs Präsident Macron, Bundeskanzler Friedrich Merz und dem britischen Premierminister Keir Starmer.
Zuvor hatte Macron vor einer „gefährlichen“ Eskalation in der Region gewarnt. „Die derzeitige Eskalation ist für alle gefährlich“ und „muss aufhören“, erklärte Macron bei X. Zudem forderte er im Namen Frankreichs eine Dringlichkeitssitzung des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen.
Macron warnte, dass der Ausbruch eines Krieges zwischen den USA, Israel und dem Iran „schwerwiegende Folgen“ für die internationale Sicherheit insgesamt habe. Er sprach sich zudem dafür aus, dass das iranische Volk die Entscheidungsmacht zurückerhalten sollte – „je früher desto besser“.
Großbritannien betont unterdessen, dass der Iran niemals Atomwaffen entwickeln dürfe. Großbritannien sei bereit, seine Interessen zu verteidigen, teilt die Regierung in London mit. Aus Regierungskreisen verlautet zudem, Großbritannien habe sich nicht an den Militärschlägen beteiligt. Premierminister Keir Starmer habe eine Krisensitzung abgehalten und werde im Anschluss mit Macron und Bundeskanzler Friedrich Merz telefonieren.
Norwegen verurteilte derweil die israelischen Luftangriffe als völkerrechtswidrig. Israel habe die Angriffe als Präventivschlag bezeichnet, was „jedoch nicht dem Völkerrecht entspricht“, erklärte Norwegens Außenminister Espen Barth Eide der Nachrichtenagentur AFP. „Ein Präventivschlag würde das Vorliegen einer unmittelbaren Bedrohung voraussetzen“, führte Eide aus. „Wir rufen alle Parteien dazu auf, Zurückhaltung zu üben und die Möglichkeiten einer diplomatischen Lösung des Konflikts nicht aufzugeben“, fügte der norwegische Außenminister hinzu.
Auch der spanische Ministerpräsident Pedro Sanchez verurteilte die Militäraktion der USA und Israels. Der einseitige Angriff stelle eine Eskalation dar und trage zu einer unsichereren und feindseligeren internationalen Ordnung bei, sagt er.
China zeigt sich unterdessen „zutiefst besorgt“ über die militärischen Angriffe der USA und Israels auf den Iran. Das Außenministerium in Peking fordert einen sofortigen Stopp der Militäroperationen. Die nationale Souveränität, Sicherheit und territoriale Integrität des Iran müssten respektiert werden. Alle Seiten seien aufgerufen, eine weitere Eskalation zu vermeiden und zum Dialog zurückzukehren.
Das Außenministerium in Neu Delhi rief derweil alle beteiligten Parteien zur Zurückhaltung auf, um „die Sicherheit der Zivilbevölkerung zu gewährleisten“. „Die Souveränität und territoriale Integrität aller Staaten muss respektiert werden“, ergänzte das indische Außenministerium.
Der türkische Außenminister Hakan Fidan hat mit seinen Amtskollegen aus der Region über die Lage nach den Angriffen der USA und Israels auf den Iran gesprochen. Fidan habe unter anderem mit den Ministern aus dem Iran, dem Irak, Saudi-Arabien, Katar, Syrien und Ägypten telefoniert, sagt ein Insider aus dem aus dem Außenministerium in Ankara. Auch mit dem indonesischen Außenminister habe er gesprochen. Ziel sei es, Schritte zur Beendigung der Kampfhandlungen zu finden.
Israel und die USA hatten am Morgen Luftangriffe gegen den Iran gestartet. Die israelische Armee sprach von Angriffen auf zahlreiche militärische Ziele. Israelischen Medienberichten zufolge zielten die Angriffe auch auf das geistliche Oberhaupt des Iran, Ayatollah Ali Chamenei, und auf Irans Präsident Massud Peseschkian ab. Der Iran reagierte mit Raketenangriffen auf Israel und US-Militärstützpunkte in verschiedenen Staaten der Region.
Source: n-tv.de