„Es geht um unser Leben“Selenskyj wütet gegen Putin: „Brauche keine historischen Scheißgeschichten“
19.02.2026, 13:56 Uhr
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In Genf enden auch die neuen trilateralen Gespräche zwischen Russland und der Ukraine unter Vermittlung der USA ohne eine greifbare Friedensvereinbarung. Der ukrainische Staatschef Selenskyj kritisiert die Ergebnisse als unzureichend. Nun gibt er seiner Wut ein Ventil.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den Russen einmal mehr vorgeworfen, mit Ausschweifungen über die Geschichte beider Länder die Verhandlungen in die Länge zu ziehen. In einem Post auf X äußerte der Ukrainer in drastischen Worten seine Wut über Russlands Präsidenten Wladimir Putin: „Ich brauche keine historischen Scheißgeschichten, um diesen Krieg zu beenden und zur Diplomatie überzugehen. Denn das ist nur eine Verzögerungstaktik“, schreibt Selenskyj.
Er wisse mehr über Russland als Putin über die Ukraine, da er vielfach dort gewesen sei und er viele Leute in vielen Städten kenne. Putin sei nie so oft in der Ukraine gewesen. „Er war nur in den großen Städten. Ich war in kleinen Städten. Vom Norden bis zum Süden. Überall. Ich kenne ihre Mentalität“, so Selenskyj.
„Aus diesem Grund will ich keine Zeit mit alldem verlieren“, schreibt Selenskyj weiter. Das Einzige, worüber er mit Putin sprechen wolle, sei eine erfolgreiche Lösung zu finden, um diesen Krieg schnell zu beenden. Es gehe ihm um Sicherheit. „Es wird ein großer Krieg gegen uns geführt. Es geht um unser Leben.“ Deshalb möchte er nur über solche Dinge sprechen.
Zuvor hatte Selenskyj die Ergebnisse der trilateralen Gespräche in Genf unter Vermittlung der USA als unzureichend kritisiert und eine Fortsetzung noch im Februar gefordert. Er erwartet eine Fortsetzung der Verhandlungen mit Russland über eine Beendigung des Kriegs erneut in der Schweiz. Weil der Krieg in Europa tobe, müssten auch die Gespräche hier laufen, sagte Selenskyj in einem Interview mit dem britischen Journalisten Piers Morgan. „Ich möchte unterstreichen, dass das nächste Treffen ebenfalls in der Schweiz stattfindet“, sagte das ukrainische Staatsoberhaupt nach den zweitägigen Verhandlungen am Dienstag und Mittwoch in Genf. Russland hat bisher weder einen Ort noch einen Termin bestätigt.
Im Interview führte Selenskyj erneut aus, dass er Putin zwar nicht traue, sich aber mit ihm treffen wolle, um den Krieg rasch zu beenden. Militärisch sei bei den Verhandlungen auch die Frage einer Überwachung eines möglichen künftigen Waffenstillstands geklärt worden. Die USA spielten bei der Kontrolle eine „führende Rolle“, sagte Selenskyj erneut. Details nannte er nicht. Im politischen Bereich der Verhandlungen gebe es aber offene Fragen.
„Es gibt schwierige Diskussionen über die Rolle der Europäer. Für uns ist ihre Rolle von großer Bedeutung“, sagte Selenskyj. Russland sieht die Europäer als Kriegspartei und ist deshalb gegen ihre Beteiligung an den Verhandlungen. Dagegen sagte Selenskyj: „Aber ich betone immer wieder, dass wir meiner Meinung nach auch europäische Vertreter brauchen.“
Die Ukraine wehrt sich seit fast vier Jahren mit westlicher Hilfe gegen den russischen Angriffskrieg. Vor dem Jahrestag am 24. Februar ist kein Ende der Invasion in Sicht. Nächste Woche geht der Krieg in sein fünftes Jahr.
Source: n-tv.de