Erste Autopilot-Zulassung in Europa – Tesla überholt Mercedes

In den Niederlanden hat Tesla erstmals auch in Europa eine Zulassung für seine Autopilot-Software FSD bekommen. Zunächst gilt die Erlaubnis nur in Holland. Trotzdem gelingt Elon Musk damit ein Triumph gegen Konkurrenten wie Mercedes.

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Wer sich für Autos interessiert und derzeit auf Elon Musks Online-Dienst X unterwegs ist, sieht etliche Videos mit einem Inhalt: Tesla-Lenkräder, die sich automatisch drehen. Auch der Tesla-Chef selbst postet immer wieder über das automatisierte Fahren. Aktuell richtet sich seine Botschaft vor allem an Europäer. Die auf KI basierende Technik sei inzwischen so ausgereift, dass Fahrer, die den Autopiloten nur noch überwachen, statt selbst zu fahren, 90 Prozent weniger Unfälle machten, tönt Musk.

Seitdem der Unternehmer sein politisches Engagement für Donald Trump in den USA und die AfD in Deutschland zurückgenommen hat und wieder mehr über sein Geschäft spricht, ziehen die Tesla-Verkäufe in Europa an. Im März haben sich die Neuzulassungen in Deutschland gegenüber dem Vorjahresmonat auf exakt 9252 Stück verdreifacht, in Frankreich auf eine ähnliche Größenordnung verdoppelt. 2025 hatte Tesla in Europa noch 27 Prozent bei den Zulassungen verloren.

Es sind nicht nur Preissenkungen, die Tesla jetzt in Europa helfen. Die Marke, deren Innovationskraft im Kerngeschäft mit Elektroautos in den vergangenen Jahren nachließ, vermittelt neuen Technik-Optimismus: Nach Jahren unerfüllter Versprechen hat das von Tesla „Full Self Driving“ (FSD) genannte überwachte autonome Fahren eine erste Zulassung in Europa erhalten.

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Die niederländische Kraftfahrzeugbehörde RDW habe den Einsatz des Systems genehmigt, das unter menschlicher Aufsicht die meisten Fahraufgaben auf Autobahnen ⁠und im ‌Stadtverkehr übernehme, teilte das Unternehmen späten Freitagabend mit. Die Entscheidung für die FSD-Software, die in den USA bereits verfügbar ist, könnte den Weg für die ‌Zulassung durch ⁠andere europäische Behörden ebnen.

RDW erklärte, ⁠das Assistenzsystem könne die Sicherheit im Straßenverkehr erhöhen, falls es richtig ‌eingesetzt werde. Zunächst wird die Zulassung nur für die Niederlande gelten, sagte Sprecherin Thérèse de Vroomen auf Anfrage dieser Zeitung: „Damit dieses Fahrerassistenzsystem in der gesamten Europäischen Union eingesetzt werden kann, müssen noch einige Schritte unternommen werden, und schließlich muss eine Abstimmung unter allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union stattfinden.“

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Bislang ist das System nur in sieben Ländern außerhalb Europas zugelassen, etwa in den USA, Mexiko, Kanada, China und Südkorea. In den USA experimentiert Tesla zudem mit Roboter-Taxi-Flotten, die bald durch einen speziell entwickelten Zweisitzer ohne Lenkrad verstärkt werden sollen. Tesla verzichtet anders als die meisten anderen Hersteller auf Lidar-Radar und setzt allein auf Kameras.

Tesla könnte auf diese Weise in den Niederlanden europäischen Herstellern wie Mercedes zuvorkommen. Die Stuttgarter hoffen für ihr ähnliches System – etwa für die S-Klasse – auf eine europäische Zulassung Anfang 2027. „Ob es zum starken Kaufargument wird, hängt davon ab, wie es im Alltag bewertet wird und welchen Preis Tesla verlangt“, sagt Autoexperte Stefan Bratzel. In den USA kostet die Funktion monatlich 99 Dollar. In Deutschland wird ein potenzielles Update derzeit im Rahmen eines einmalig zu kaufenden Softwarepakets für 7500 Euro angeboten. 

Dieser Artikel wurde für das Wirtschaftskompetenzcenter von WELT und „Business Insider Deutschland“ erstellt.

Christoph Kapalschinski berichtet als Redakteur über die Autoindustrie.

Source: welt.de

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