Erneuerbare Energien: Photovoltaik braucht keinen Zwang

Von Baden-Württemberg bis Nordrhein-Westfalen: In immer mehr Bundesländern gilt inzwischen eine Solarpflicht, das heißt, auf Neubauten und teils auch auf grundlegend sanierten Gebäuden müssen Photovoltaik- oder Solarthermieanlagen errichtet werden. Die europäische Gebäuderichtlinie, die Deutschland bis Ende Mai umsetzen muss, sieht ähnliche Vorschriften vor.

Sie sind ein gutes Beispiel für einen staatlichen Dirigismus, der sich in unnötigen Details verliert und auch in der Wohnungspolitik immer mehr um sich greift. Die Missbilligung einer Solarpflicht ist kein Argument gegen Solaranlagen – ganz im Gegenteil. Sie sind in den allermeisten Fällen eine überaus rentable Sache – gerade im aktuellen Förderregime. Nicht von ungefähr sind sie mittlerweile die zweitwichtigste Technologie zur Erzeugung von Strom (hinter Windrädern).

Wer dennoch keine Anlage will, muss vom Staat aber nicht noch zu seinem Glück gezwungen werden. Zumal der Ausbau in Deutschland auf Kurs liegt, gemessen an den gesetzlich festgelegten Zielen. Der Staat sollte sich lieber darauf konzentrieren, die Rahmenbedingungen für Hausbesitzer und Investoren, die eine Solaranlage installieren möchten, so attraktiv wie möglich zu gestalten – und gleichzeitig sicherzustellen, dass der erzeugte Strom dem Land auch etwas bringt. Denn nicht jede Kilowattstunde ist im Energiesystem gleich viel wert. Markt und Netz müssen hier viel besser aufeinander abgestimmt werden.

Baden-WürttembergDeutschlandEndeErneuerbare EnergienNeubautenNordrhein-WestfalenSolaranlagenStromWill